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Denkmalschützer liebt die schönen Künste

Denkmalschützer liebt die schönen Künste

- Erich Schosser hat ein Faible für Kultur

VON CHRISTIAN MINATY München - Seine ganze Leidenschaft gehört Kulturdenkmälern: Doch nach nunmehr 30 Jahren Tätigkeit im Landesdenkmalrat wird Erich Schosser als Vorsitzender des Gremiums ausscheiden (wir berichteten). Auch in seiner Freizeit beschäftigt sich der Münchner intensiv mit den schönen Künsten.

Mit Warnungen vor weiteren finanziellen Einschnitten in der Denkmalpflege hatte Erich Schosser nicht gespart. "Man muss die Geschichte kennen, ob sie nun dunkel oder hell ist. Denkmäler sind für deren Verständnis unverzichtbar." Der 78-Jährige will sich daher zum Abschluss seiner Tätigkeit mit einer neuen Resolution für eine bessere Denkmalpflege einsetzen. "Das sind doch keine Dummköpfe", appelliert Schosser an die Verantwortung der Staatsregierung.

Den Landesdenkmalrat sieht der "überzeugte Humanist" als "souveränes Gremium" an, das niemandem untertan sei. "Die meisten Empfehlungen von uns wurden akzeptiert", sagt er nicht ohne Stolz. Der Landesdenkmalrat machte 1973 die Münchner Maximilianstraße zu Deutschlands erstem Ensemble (denkmalgeschützte Gebäudegruppe mit gleichem historischen Hintergrund). Weitere Beispiele: Dem Münchner Olympiastadion blieb ein Umbau zur Fußballarena erspart, dem Maximilianeum eine gläserne Kuppel.

Gleich vier "brotlose Künste" studierte Erich Schosser: Geschichte, Musik-, Zeitungs- und Kunstwissenschaften. Für den Bayerischen Rundfunk arbeitete er als Redakteur, engagierte sich gleichzeitig aber auch in der Landespolitik. Ähnlich dem aktuellen (SPD-)Fall Günther Koch, musste Schosser seinen Job beim BR an den Nagel hängen, als er zum CSU-Landesparlamentarier gewählt wurde.

Seinerzeit entwickelte er das Denkmalschutzgesetz maßgeblich und kam so zum Landesdenkmalrat. Freimütig bekennt der 78-Jährige, der mit der Münchner CSU-Stadträtin Elisabeth Schosser verheiratet ist: "Ich liebe schöne Architektur, besonders das Maximilianeum und alte Kirchen." "Mindestens ein Museum" schaut er sich pro Woche an und stattet auch der Münchner Residenz immer wieder Besuche ab. Schosser schwärmt: "Das ist das schönste profane Bauwerk in München mit lauter Superlativen."

Bei sanfter Klaviermusik kann er richtig entspannen. "Ich habe einen Steinway-Flügel im Wohnzimmer. Und den kann ich auch spielen!", freut sich Schosser. Außerdem nennt er eine "kleine Bibliothek" sein Eigen, deren Regale dann aber doch ganze 2000 "bewegliche Denkmäler" füllen. "Ich werde es wahrscheinlich in meinem Leben nicht mehr schaffen, alle diese Bücher zu lesen."

Die vertretenen Literaten kommen unter anderem aus Russland oder China, und natürlich sind auch deutsche Klassiker dabei wie Goethe und Schiller. Besonders stolz ist Schosser auf das Mahabharata, eines von Indiens bedeutendsten, über 5000 Jahre alten Epen - "ein ganz fantastisches Werk".

Sechs Sprachen beherrscht der vielseitige Münchner, darunter Rumänisch und Russisch. "Ungarisch lerne ich gerade." Fit hält er sich mit Bergwandern, Schwimmen und Radlfahren. Archäologische Schätze unter bayerischer Erde würde Erich Schosser zwar schon selbst gerne heben. "Das ist sehr faszinierend", gibt er lachend zu, "doch ich habe für so etwas einfach überhaupt keine Zeit."

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