- Am Ende des Abends war der Jubel groß. Der frisch gekürte Bürgermeisterkandidat stand, den roten SPD-Schal um den Hals, rote Rosen in der erhobenen Hand, im Gasthaus „Oberbräu“ und genoss den anhaltenden Applaus sichtlich.
Vom Kathrin Hauser <P>Weilheim – „Ich danke Euch herzlich für das tolle Wahlergebnis und hoffe, dass wir bei der Bürgermeisterwahl viel rausholen“, rief Ingo Remesch in den Saal, in dem kein Stuhl mehr frei war. Das Wahlergebnis fiel eindeutig aus. Von den 49 Wahlberechtigten, die am Montagabend erschienen waren – „50 Prozent der Mitglieder sind da, das ist eine enorme Unterstützung“, freute sich Remesch – erhielt er 47 Ja-Stimmen und ein „Nein“. Ein Genosse enthielt sich der Stimme. <P>Remesch war ohne Gegenkandidat ins Rennen gegangen. Mit welchen Konkurrenten es der 49-jährige Vater dreier Kinder im anstehenden Wahlkampf zu tun hat, steht dagegen schon fest: Für die CSU kandidiert Uta Orawetz für den Bürgermeisterposten, die Bürger für Weilheim (BfW) setzen auf Markus Loth, den amtierenden Bürgermeister (wir berichteten). <P>Er kandidiere nicht, weil er Loth oder die Stadtpolitik der vergangenen Jahre ablehne, sondern weil er das Bürgermeisteramt in Weilheim für „ein würdiges und erstrebenswertes Amt“ halte“, führte Remesch in seiner Bewerbungsrede aus. Das Amt des zweiten Bürgermeisters habe ihm von Anfang an viel Freude bereitet. Vieles sei in den vergangenen Jahren erreicht, vieles auf den Weg gebracht worden, wie der Umbau der Hauptschule, die Altstadtsanierung, der Anbau für das Bürgerheim oder die Planungen für das Jugendzentrum. <P>Auch Dr. Friedrich Zeller (SPD), der amtierende Bürgermeister in Schongau, der für den Posten des Landrats kandidiert, lobte die politische Arbeit von Remesch und der Weilheimer SPD in den vergangenen Jahren. „Es hat sich vieles geändert, vieles ist offener geworden“, sagte er. <P>Remesch führte aus, dass es dennoch Brennpunkte wie Arbeitsplätze, soziale Belange und die Energiewende gebe, auf die er das Augenmerk richten wolle. Konkret kündigte er an, sich im Falle eines Wahlsieges für die Vergrößerung des Gewerbegebiets am Weidenbach und für den Bau einer Umgehungsstraße im Weilheimer Osten einzusetzen. Zudem strebe er an, ein regionales Gründerzentrum einzurichten und einen Hochschulabschnitt in Weilheim anzusiedeln. <P>Im sozialen Bereich hält Remesch den Bau von Wohnungen und Häusern für notwendig sowie die Schaffung weiterer Kinderbetreuungsmöglichkeiten und die Einrichtung eines „funktionsfähigen Jugendzentrums“. Auch einer neuen Sporthalle stehe er aufgeschlossen gegenüber, so Remesch. Im Bereich „Energie“ halte er es für wichtig, öffentliche Gebäude vernünftig zu dämmen und alternativen Energien wie Geothermie und Solarenergie gegenüber offen zu sein. <P>Zudem müsse der Bahnhof auf einen guten Stand gebracht und das Radwegenetz weiter ausgebaut werden, forderte er. Stadtbus und der Ausbau regionaler Vermarktung seien weitere Standbeine. <P>Die Genossen spendeten begeisterten Applaus, und als in der anschließenden offenen Fragerunde ein Rollstuhlfahrer die vielen Barrieren in Weilheim beklagte sagte eine Anwesende: „Wenn jetzt der Ingo Bürgermeister wird, ändert sich das alles.“ <P>
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