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Mike Schier kommentiert die Diskussion um die zweite S-Bahn-Stammstrecke
Wie schön, wenn die Dinge so klar sind: Im Glaubenskrieg der Münchner Verkehrsexperten hat der Südring gestern gegenüber der zweiten S-Bahn-Stammstrecke eine herbe Schlappe erlitten. Die von den Tunnel- Freunden Zeil und Ude in Auftrag gegebene Studie kam zum nicht ganz überraschenden Ergebnis, dass der Tunnel die einzig machbare Variante ist.
Da mögen die Freunde des Südrings noch so laut über einige seltsame Rechnungen im Gutachten lamentieren: Die Aussichten, das S-Bahn-Chaos oberirdisch zu lösen, sind mit dieser Studie deutlich gesunken. So weit, so klar. Die Unklarheiten beginnen beim Umkehrschluss: Ist der Bau der zweiten Röhre damit schon sicher? Eher nicht. Denn man kann sich nur schwer des Eindrucks erwehren, dass die Kosten für die zweite Stammstrecke aus politischen Gründen schöngerechnet werden.
Mit jedem Modell, mit jeder Berechnung der letzten beiden Jahre wurde das Projekt billiger. Der Landtag sollte sich deshalb nicht mit Verweis auf den sehr ambitionierten Zeitplan (Olympia 2018) zu einer übereilten Entscheidung drängen lassen. Es wäre nicht das erste ehrgeizige Münchner Verkehrsvorhaben, das sich plötzlich als deutlich teurer erweist. Der Transrapid lässt grüßen.
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