- Penzberg Drei Stunden nahm sich Landtagspräsident Alois Glück (CSU) Zeit, um die vor rund einem Jahr eröffnete Moschee in Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau) zu besichtigen, und er war beeindruckt: "Sie sind offen und wollen sich nicht abkapseln. Dieses positive Beispiel wird Kreise ziehen", sagte er zu seinen muslimischen Gastgebern.
"Wir sehen Deutschland als unsere Heimat", betonte Bayram Yerli, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Penzberg, die keinem Dachverband angehört. Von mangelnder Integration, wie sie den Muslimen oft vorgeworfen wird, ist in Penzberg nichts zu spüren vermutlich liefen deshalb Planung und Bau der Moschee, die 300 Betenden Platz bietet, relativ unproblematisch.
Auch das Verhältnis zu den christlichen Kirchen ist entspannt. "Wir müssen den Dialog pflegen, und das tun wir schon sehr lange", sagte der katholische Stadtpfarrer Josef Kirchensteiner, was seine evangelische Kollegin Iris Kreile bestätigte. Man könne auch über Unterschiede reden und über Papstzitate, so Kirchensteiner.
Der Penzberger Imam Benjamin Idriz (34, geboren im mazedonischen Skopje), der für einen europäischen Islam eintritt, sprach sich deutlich gegen Gewalt aus das hat er auch schon nach den Anschlägen vom 11. September und dem Karikaturenstreit getan.
Er forderte nicht nur die Gründung einer "Islamischen Religionsgemeinschaft" mit föderaler Struktur und Sitz in Berlin, die alle Muslime vertrete, sondern auch die Ausbildung von Imamen in Deutschland. "Und hiesige Muslime müssen die Gesetze achten, die Sprache sprechen und die Nationalhymne singen können." Glück sprach von einer "mutigen Rede" und wünschte ihm "viel Zustimmung und dass Sie die damit verbundenen Konflikte durchstehen".
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