Neue Konfliktberatungsstelle im Rathaus soll Prozesse vermeiden

Neue Konfliktberatungsstelle im Rathaus soll Prozesse vermeiden

102.08.09|ErdingFacebook
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Erding - Im Erdinger Rathaus wird diese Woche eine neue Konfliktberatungsstelle eröffnet. Mediatorinnen wollen Streithansln jeglicher Couleur den Weg vor Gericht ersparen.

Ein Fall für die Schiedsstelle: Wenn’s in der Familie kracht, ist Mediation oft der erste Schritt zur Besserung. Foto: ddp

Ein Fall für die Schiedsstelle: Wenn’s in der Familie kracht, ist Mediation oft der erste Schritt zur Besserung. Foto: ddp

Ob Krach in der Familie, Dauer-Zwist mit dem Nachbarn, Zerwürfnisse mit dem Arbeitgeber oder Zoff ums Erbe – Anlässe zum Streiten gibt’s genug. Die Gerichte sind überlastet. So weit muss es erst gar nicht kommen. Denn es braucht nicht unbedingt Justitia, um den Frieden wieder herzustellen. Dieser Meinung sind zumindest Sabine Müller, Verena Noreisch und Katja Lunau. Alle drei sind ausgebildete Mediatorinnen. Am Mittwoch, 5. August, eröffnen sie mit Bürgermeister Max Gotz im Rathaus an der Landshuter Straße eine Beratungsstelle zur Konfliktlösung. Sie bildet das Zentrum eines regionalen Netzwerkes, das zu einem späteren Zeitpunkt bis nach Dorfen ausgeweitet werden soll. Nicht nur Gotz ist von der Idee der Mediation angetan, sondern auch sein Kollege aus der Isenstadt, Heinz Grundner.

„Wir sehen uns als professionelle neutrale Vermittler“, erklärt Müller, eine der drei Initiatorinnen. Ziel sei es, „nicht nur einen Streit außergerichtlich beizulegen, sondern auch eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht wird“. Dies sei besonders wichtig, wenn man auch künftig nicht umhin komme, miteinander umzugehen, sei es in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft.

Müller erklärt, dass die Mediation das richtige Instrument sei, bei einer Konfliktsituation auf die Belange beider Seiten einzugehen. Als typische Probleme, sie sich mit Mediation lösen lassen, nennt Müller Auseinandersetzungen im Rahmen einer Trennung oder Scheidung, um Umgangsfragen, Erbangelegenheiten, Hofübergaben, aber auch Zwistigkeiten in Vereinen.

Alle drei Expertinnen kennen sich nicht nur in der Mediation aus, sie arbeiten auch als Rechtanwältinnen. „In der Regel ist es doch so, dass es ein Urteil gibt, mit dem jedoch beide Seiten unzufrieden sind“, berichtet Müller aus Erfahrung.

Sie versichert: „Das erste Gespräch ist kostenlos.“ Bietet sich die Mediation an, müssen beide Parteien ein Honorar bezahlen. Geworben wird am Schwarzen Brett der Stadt und mittels Flyer.

Die Mediationsstelle im Erdinger Rathaus befindet sich im Raum 213 und ist immer am ersten Mittwoch im Monat von 9 bis 12 Uhr erreichbar. Außerhalb der Öffnungszeiten sind die Mediatorinnen montags und donnerstags von 20 bis 21.30 Uhr unter Tel. (01 76) 43 09 72 68, Sabine Müller, Tel. (01 76) 61 53 77 31, Verena Noreisch, und Tel. (01 75) 6 81 21 46, Katja Lunau, erreichbar.

(ham)

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