München - Der Tod des Hellabrunner Schimpansen "Franzl" bleibt rätselhaft: Er war bewusstlos, als er im Wassergraben seines Geheges versank - womöglich Folge eines Kampfes.

Der letzte Sektionsbericht brachte es an den Tag: Der Hellabrunner Publikumsliebling, der im Oktober 2007 nach einem Sprung in den Wassergraben seines Geheges gestorben war, hatte kein Wasser in der Lunge. Tierpark-Chef Henning Wiesner sagte dem Münchner Merkur: "Franzl ist schon mit einem totalen neuralen Blackout ins Wasser reingekommen. Er ist im Schock untergegangen. In diesem Zustand wäre er auch in einer knöcheltiefen Pfütze ertrunken."
Franzl hatte mit dieser Verletzung noch einen außergewöhnlichen Sprung getan: Mit einem Satz hüpfte er über den Elektrozaun und die Sumpfzone, die die Affen normalerweise meiden, bis in den Wassergraben. "Er hat einen gigantischen Sprung von 6,80 Metern hingelegt. Und im Springen hat er geschrien", berichtet Wiesner von den Aussagen zweier Augenzeugen.
Diese Zeugen hätten auch die Theorie widerlegt, Franzl sei von Besuchern provoziert worden und habe mit einem Angriff seine Familie schützen wollen. "Die Zeugen haben genau beobachtet, dass er von innen nicht bedrängt und von außen auch nicht irgendwie provoziert wurde", berichtet Wiesner. Zudem habe der Affe die Außenanlage samt Wassergraben seit sechs Jahren genau gekannt.
Wiesner ging der Tod des Affen sehr nahe, denn die beiden verband seit vielen Jahren ein Ritual: Jeden Morgen besuchte der Tierpark-Chef auf seinem Rundgang den Chef der Schimpansen-Familie. "Franzl hat mir dann die Fingernägel saubergemacht", berichtet Wiesner. "Wenn ich Latschen anhatte, auch mal die Zehennägel, aber die Finger waren ihm wichtiger."
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