München - Die Meiserstraße wird umbenannt. Das hat die rot-grüne Stadtrats-Mehrheit nach fast dreistündiger Debatte beschlossen. CSU, FDP und ÖDP stimmten gegen den Antrag.

Antisemitische Äußerungen, fehlenden Protest gegen die Übergriffe der Nationalsozialisten und mangelnde Abgrenzung vom Hitler-Regime werfen die Fraktionen von Grünen und SPD dem ersten bayerischen Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche vor. Trotz unbestrittener Verdienste soll der Name des Kirchenmannes deshalb aus dem Münchner Stadtplan verschwinden. Den Antrag hatten die Grünen gestellt. deren Sprecher Siegfried Benker hob hervor, selbst die Landeskirche spreche von "unentschuldbaren Äußerungen" Meisers.
OB Christian Ude betonte, der Stadtrat wolle nicht "aus der Sicherheit einer demokratischen Ordnung heraus richten über die, die in der Diktatur gelebt haben". Das Gremium trage aber die Verantwortung dafür, "welche Persönlichkeiten wir durch eine Ehrung mit einer Straßen-Benennung als Vorbild herausheben und welche nicht."
CSU-Stadtrat Marian Offman, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, warnte vor der Umbenennung. Sie werfe die Gesellschaft auf dem Weg der Versöhnung zurück. Dennoch stimmte Offman als einziger CSU-Stadtrat mit Rot-Grün. Etwas anderes, so bekannte er, könne er den älteren Mitgliedern seiner Gemeinde nicht begreiflich machen.
Der Landeskirchenrat hat die Stadtratsentscheidung "mit Enttäuschung" zur Kenntnis genommen. Er will nun die genaue Begründung des Rats-Beschlusses abwarten und dann "über das weitere Vorgehen entscheiden". Landesbischof Friedrich hatte bereits vergangene Woche mitgeteilt, die Kirche erwäge eine Klage.
Wie die Meiserstraße künftig heißen soll, wird der Stadtrat in einem gesonderten Verfahren entscheiden.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.