München - Für Josef E. ist der Taxler-Beruf Vergangenheit. Mehrere Brüche hatte sein Opfer erlitten. Josef E. bekam eine Bewährungsstrafe und ist seinen Führerschein los.
Es war im Juni vergangenen Jahres. Gegen 4.30 Uhr morgens suchten Robert L. und ein Freund vor dem Hofbräuhaus ein Taxi. Als er den Wagen von Josef E. entdeckte, stürmte L. auf das Taxi zu und postierte sich davor, obwohl es voll besetzt war.
Doch anstatt anzuhalten, gab der 59 Jahre alte Taxifahrer Josef E. richtig Gas und nahm Robert L. auf die Motorhaube. Nach etwa 60 Metern legte der Taxler dann eine Vollbremsung hin, Robert L. flog in hohem Bogen auf die Straße. Dort blieb der 39-jährige Anästhestist aus Holland liegen unter anderem mit einem Schädelhirntrauma und Frakturen. Robert L. kam ins Krankenhaus, erst nach sechs Wochen konnte er wieder arbeiten.
Josef E. hatte erklärt, er habe Angst vor dem erkennbar betrunkenen Mann gehabt. Dieser habe sich vor seiner Motorhaube aufgebaut und an seinem Mercedes-Stern gerissen.
"In Panik vor dem großen Mann ist ein Urinstinkt durchgebrochen", sagte Josef E. nach dem Prozess. "Wie bei den Dinosauriern" habe er nur noch an Flucht oder Kampf gedacht und sich dann entschieden zu fliehen offenbar ohne Rücksicht auf Verluste. Genau könne er sich das auch nicht erklären. Zumal: "Ich bin davor 40 Jahre unfallfrei gefahren."
Seinen Job als Taxifahrer kann Josef E. nicht mehr ausüben. Derzeit arbeitet er bei seiner Freundin in einer Reinigung.
Bettina Link
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