Vom Umgang mit "gewaltigen Medien"
114.10.09|SchongauFacebook
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A
Rottenbuch - Eine Fachtagung zum Thema „Gewaltige Medien“ fand an der Rottenbucher Fachakademie für Sozialpädagogik statt. Rund 120 Schüler und 40 Pädagogen nahmen teil.

Hans-Jürgen Palme
referierte über Gewalt und Medien.
Foto: wk
Für die Fachtagung „Gewaltige Medien“ stand die Rottenbucher Fachakademie für Sozialpädagogik (FAKS) einen Tag lang im Mittelpunkt des Interesses. Allein 120 Studierende der FAKS und weitere 40 Pädagogen aus Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen nutzten diese Tagung, die in Kooperation mit der Aktion Jugendschutz-Landesarbeitsstelle Bayern, der evangelischen Medienzentrale Bayern, dem Studio im Netz München und vor Ort von Ralf Windhagen organisiert worden ist. Für FAKS-Schulleiter Walter Rosnitschek „eine gewaltige Veranstaltung“, in der sich erfahrene Pädagogen mit der Thematik auseinandersetzen.
Irmgard Hainz von der Aktion Jugendschutz-Landesarbeitsstelle Bayern hat auf eine Tatsache hingewiesen, nämlich dass Medien den Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen über den Tag verteilt bestimmen. Diese Fachtagung stellte sich der Herausforderung, die mit den „Gewaltigen Medien“ einhergeht.
Hans-Jürgen Palme referierte über Gewalt und Medien und darüber, dass die „grenzenlose Medienwelt eine neue Kultur des Aufwachsens schafft, an die vielfaltige pädagogische Herausforderungen geknüpft sind.“ Der Medienpädagoge vom Münchner Studio im Netz sprach über Gewalt, „die in den Medien an oberster Stelle steht“. Und auch über den Gerätebesitz der Kinder. 49 Prozent der Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren haben einen eigenen Fernseher. Zwölf Prozent der Buben und sieben Prozent der Mädchen haben einen eigenen Internetanschluss. 56 Prozent der Jungen und 36 Prozent der Mädchen verfügen über Computerspiele, die nicht für sie geeignet sind.
Ein weiteres Problem sieht der Medienexperte im Kontakt mit Leuten, die man im Chat kennengelernt hat. „Hier müssen Regeln beachtet werden, weil man nicht weiß, wer dahinter steckt“, riet Palme. Der Referent sagte weiter, worauf der Blick zu richten ist: nämlich auf die Verweildauer vor dem Computer und Online-Spielen, und er warnte vor der Gefahr, „dass die Kinder in Medienwelten versinken“. Gewalthaltige Computerspiele, so genannte „Ego-Shooter“ wie Counterstrike, seien bei Jugendlichen besonders beliebt.
Der Pädagoge machte auch deutlich, dass junge Menschen Medien wie Handys und Webseiten in Händen halten, mit denen sie senden können. „Hier merkt man, wie gigantisch die pädagogischen Herausforderungen sind“, sagte der Referent.
zurück zur Übersicht: Nachrichten