"Unsere Mitarbeiter machen gute Arbeit"
022.01.05|NachrichtenFacebook
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- VON SYLVIE-SOPHIE SCHINDLER Im Streit um den mutmaßlichen Pflege-Skandal in einem Altenheim hat der Träger, das evangelische Sozialwerk der Inneren Mission München (IMM), die Vorwürfe des Fernsehsenders RTL zurückgewiesen. "Unsere Mitarbeiter machen gute Arbeit", sagte IMM-Geschäftsführer Günther Bauer gestern vor der Presse. "Sie haben Anerkennung verdient und nicht die Diffamierung eines ganzen Berufsstandes." Die Heimaufsicht und der Medizinische Dienst der Krankenkassen hätten das Pflegeheim am Donnerstag zehn Stunden lang geprüft und könnten die in der Sendung gemachten Vorwürfe alle entkräften. <BR>
Zugleich kritisierte die IMM scharf die Vorgehensweise des Senders. Das Filmmaterial, das am 17. Januar in der Sendung "Extra" gezeigt worden war (wir berichteten), sei "mit falschen Tatsachenbehauptungen hinterlegt" worden. Es entspreche "in keiner Weise der Realität". Die IMM hat bei der zuständigen Landesmedienanstalt gegen den Sender Beschwerde eingelegt.<P>RTL hatte in seinem Beitrag von "schweren Pflegefehlern" gesprochen. Für die Aufnahmen hatte RTL heimlich eine Kamera im Zimmer der 94-jährigen Ernestine Kirschner installiert. In dem Magazin "Extra" wurde gezeigt, wie die pflegebedürftige Frau nachts angeblich stundenlang sich selbst überlassen worden war, obwohl sie sich ein Bein im Bett eingeklemmt und mehrfach den Notruf betätigt hatte. Auch sei sie nachts nicht gewendet worden, um ein Wundliegen zu verhindern.<P>IMM-Chef Bauer wandte dagegen ein, dass die Angabe des Zeitraums falsch sei. Dies könne das Pflegeheim anhand von Klingelprotokollen beweisen. Der barsche Ton, den die Pflegerin gegenüber Ernestine Kirschner angeschlagen hatte, sei laut Heimleiter Frank Chylek "ein menschliches Versehen", sagte Bauer. Das ruppige Verhalten sei aber auf keinen Fall das Ergebnis einer Überlastung. Das Heim sei während der Nachtwache mit zwei geschulten Pflegekräften für 120 Heimbewohner ausreichend besetzt. <P>IMM-Pressesprecher Klaus Honigschnabel kritisierte die Anbringung einer versteckten Kamera: "Ein Pflegeheim ist kein Big-Brother-Container." RTL habe journalistische Grundsätze unter eklatanter Missachtung der Menschenwürde gröblich verletzt.<P>Unterdessen warf RTL der IMM in einer gestern verbreiteten Stellungnahme vor, diese habe dem Sender "pauschal falsche Tatsachenbehauptungen" unterstellt. Dies sei dem Sender bisher in keinem Detail nachgewiesen worden. Die Menschenwürde der Patientin sei nicht verletzt worden: Sie habe den Aufnahmen ebenso zugestimmt wie deren Ausstrahlung. <P>Nach Angaben von RTL habe der Medizinische Dienst der Krankenkasse dem Sender gegenüber nicht erklären können, weshalb "die pflegebedürftige Frau entgegen der pflegerischen Regel länger als eine Stunde sich selbst überlassen worden sei. RTL erklärte sich bereit, die Bänder jederzeit als Beweis zu zeigen.<P>
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