- Stückl inszeniert ,Räuber Kneißl`
München - Dass auch die Geschichte Bayerns ihre Figuren, ihre Helden, ihre verkörperten Mythen hat, mag beim "elitären" Theaterpublikum meist mit einem Anflug von Arroganz vom Tisch gewischt werden. Ganghofer, Thoma - ungeeignet für niveauvolle Schauspielkunst? Einer, der da anders denkt, ist Christian Stückl.
Nach der "Geierwally" im vergangenen Jahr (mit großem Publikumszuspruch) hat der Oberammergauer nun an "seinem" Münchner Volkstheater die Geschichte des legendären Räubers Mathias Kneißl erarbeitet, nach einer Vorlage von Martin Sperr. Stückl will eine "Kontinuität mit bayerischen Stoffen schaffen", auch deswegen, weil die Kammerspiele und das Staatsschauspiel diesen Sektor nicht anbieten. Volkstheater ist Volkstheater.
Mit dabei beim "Räuber Kneißl" (nächste Aufführungstermine 23. und 25. Dezember, 19.30 Uhr) sind auch wieder aus Oberammergau Ursula Burkhart (spielt die Mutter Kneißls) sowie Hubert Schmid, der einen Schreiner darstellt. Nicht zu vergessen die Jungen Riederinger Musikanten, die schon der "Geierwally" ihren Stempel aufdrückten.
Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der versucht, sich von den Zwängen seines Umfeldes zu befreien. Diese Befreiung mündet in Kriminalität. 1902 lehnt Prinzregent Luitpold ein Gnadengesuch ab: Mathias Kneißl wird zur Guillotine geführt.
Ludwig Hutter
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