- Monika Hohlmeier ist als Kultusministerin zurückgetreten, und Wahltrickser wie Stadtrat Christian Baretti oder der frühere JU-Chef Rasso Graber haben der CSU den Rücken gekehrt - der Ärger unter den Münchner Christsozialen jedoch ist keineswegs verflogen. Erneut ist ein prominentes CSU-Mitglied aus der Partei ausgetreten: Herbert Kuglstatter, Stadtpfarrer vom Alten Peter. Er empört sich, dass das Parteischiedsgericht der CSU München den mutmaßlichen Drahtzieher der Affäre, den Landtagsabgeordneten Joachim Haedke, verschont und nicht aus der Partei geworfen hat.<BR>
Erst vor wenigen Tagen hatte Kuglstatter den Kreisvorstand der CSU München Mitte und Bezirkschef Otmar Bernhard über seinen Austritt informiert. Er wolle es nicht hinnehmen, weiterhin mit Haedke in einem Verband zu sein. Wie berichtet, hatte das Schiedsgericht den 35-Jährigen nur deshalb nicht ausgeschlossen, weil dieser von der Partei schon einmal mit einer Ämtersperre bestraft wurde und eine doppelte Zurechtweisung nicht zulässig ist. <P>Kuglstatter, der gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, ist nicht der einzige renommierte CSU-Mann, der den Christsozialen wegen der Wahlfälscheraffäre den Rücken gekehrt hat. Auch der Austritt des früheren Sollner CSU-Fraktionschefs und Bundesverdienstkreuzträgers Anton Kopp hatte für einige Aufregung gesorgt. Über Haedke sei an der CSU-Basis eine "riesige Debatte" entbrannt, sagt ein Mitglied des Münchner Vorstands. "Eine ganze Reihe von Mitgliedern ist stinksauer." Herbert Kuglstatter sei "nur die kleine Spitze des Eisbergs". <P>Mit Spannung erwartet die CSU nun den Auftritt Haedkes heute vor dem Hohlmeier-Untersuchungsausschuss des Landtags. Vor dem Amtsgericht München hatte der 35-Jährige die Aussage verweigert, um sich nicht selbst zu belasten. Eine komplette Aussage-Verweigerung will die SPD diesmal nicht zulassen. <P>Matthias Kristlbauer <P></P>
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