Wellenberg-Schließung 2010 erneut auf dem Prüfstand

Wellenberg-Schließung 2010 erneut auf dem Prüfstand

423.11.09|Garmisch-Partenkirchen|3 KommentareFacebook
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Oberammergau - Mit großer Spannung blickt Oberammergau der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 25. November, entgegen: Dann wird ein Antrag eines Bürger-Bündnisses für den Erhalt des Bades behandelt.

Gerhard Ostler sieht in der Fraktionsdisziplin „ein Problem“. Foto.: A. Stückl

Gerhard Ostler sieht in der Fraktionsdisziplin „ein Problem“. Foto.: A. Stückl

Gerhard Ostler, ehemals Geschäftsleiter der Gemeinde Oberammergau, nimmt kein Blatt vor den Mund: „Die politisch Verantwortlichen der letzten sechs Jahre haben den Wellenberg an die Wand gefahren, und jetzt stellen sie sich plötzlich als die großen Fürsprecher hin!“ Eine Welle des Widerstands hatte die Gemeinderats-Entscheidung vom 12. August hervorgerufen, den Betrieb des Freizeit- und Badezentrums in seiner jetzigen Form und Dimension zum 30. September 2010 einzustellen.

Binnen weniger Wochen sammelte ein Bündnis aus Bürgern 1200 Unterschriften für den Erhalt des Bades. Bestärkt von dieser breiten Zustimmung wurde ein Antrag formuliert, den der Gemeinderat nun in seiner öffentlichen Sitzung am 25. November (19 Uhr) behandeln wird. Darin fordert die Initiative die Aufhebung des Ratsbeschlusses vom August, die Fortführung des Betriebs im Wellenberg und kein Verkauf von Grundstücken auf dem Areal.

Das durchschnittliche Jahresminus von knapp einer Million Euro, inzwischen fast ein Viertel des Gesamtdefizits von Oberammergau-Tourismus, hatte die Lokalpolitiker mit Unterstützung von Werkleiter Alfons Gerl dahin gebracht, eine vorübergehende Schließung des Bades ins Auge zu fassen. Für Gerhard Ostler „der absolut falsche Weg“, denn: „Wenn das Bad erst einmal zu ist, bleibt es zu. Dann ist der Kundenstrom abgerissen.“ Das Bürger-Bündnis, dem als Antragsunterzeichner noch Rudi Killer, Maria Hochenleitner, Dr. Markus Gerold, Markus Zunterer, Karin Faistl und Conny Richter angehören, bemängelt, dass in den letzten Jahren die Einrichtung mehr schlecht als recht geführt und vermarktet worden sei: „Da war doch keiner mehr richtig zuständig, deswegen ist es auch immer weiter bergab gegangen“, blickt Ostler zurück.

Genau hier will das Aktionsbündnis ansetzen, und darauf dringen, dass ein Fachmann „mit Kompetenz und neuen Ideen“ sich ausschließlich um den Wellenberg kümmert. Auch ein zusätzliches Passionsspiel, mit dessen Einnahmen von rund 500 000 Euro man den Betrieb zwei Jahre lang aufrecht erhalten könne, wird angedacht. Nochmal der Sprecher der Initiative: „Wir können doch nicht so einfach zusperren. Ein Versuch muss es auf alle Fälle wert sein, hierauf haben die Bürger ein Anrecht. Und wenn es dann wirklich nach ein paar Jahren heißen sollte, es geht einfach nicht, dann kann man immer noch diesen Schritt gehen.“ Ein Ende des Wellenbergs sähen die Befürworter auch darin, wenn der westliche Teil des Areals mit dem alten Becken, insgesamt rund 22 000 Quadratmeter, verkauft würde.

Wie nun wird der Gemeinderat am Mittwoch entscheiden? Nimmt er seinen Beschluss zurück? Gerhard Ostler ist „eher pessimistisch“ gestimmt, „denn die Fraktionsdisziplin ist sehr groß bei uns“. Das Bündnis pro Bad habe in den letzten Tagen und Wochen mit vielen Gemeinderäten Gespräche geführt, „vor allem mit den Neuen“. Jetzt werde man sehen, und die Diskussion am Mittwoch abwarten. Und wenn der Sommer-Beschluss bestätigt wird? „Dann werden wir intensiv prüfen, ob wir nicht den Weg eines Bürgerbegehrens beschreiten.“ (hut)

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