Superbanner

Neufahrn, Müller Brot - Stopp der Produktion

Müller Brot: Sind Arbeitsplätze in Gefahr?

Neufahrn – Der Großbäcker Müller hat aufgrund von Hygiene-Mängeln seine Brot-Produktion komplett eingestellt. Wie lange der Ausnahmezustand dauert, ist unklar. Die Gewerkschaft sieht bereits Arbeitsplätze in Gefahr.

© dpa

Wer am Mittwoch Brot der Großbäckerei Müller kaufen wollte, hatte Pech. Ein großer Teil der Regale der rund 300 Müller-Filialen in Südbayern blieb leer oder war nur spärlich bestückt. Der Grund dafür lautete in allen Filialen gleich: ein Schwelbrand in der Produktionsstätte in Neufahrn bei Freising habe zu Lieferausfällen geführt. Weder Feuerwehr noch Polizei in Freising wussten von einem Brand.

Im Laufe des Vormittags aber sickerte durch, dass die Müller-Brot GmbH schon seit Wochen Hygiene-Probleme nicht nur im Produktionsbereich, sondern in der gesamten Fabrik hat. Mehrmals waren deswegen Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung des Freisinger Landratsamts vor Ort. Am Montag kam es in Absprache mit Müller deswegen zu einem kompletten Produktions-Stopp. Am Montag habe es eine „Nachkontrolle zu einer vorangegangenen Kontrolle“ gegeben, sagte Anita Fußeder, Sprecherin des Freisinger Landratsamts. Der Betrieb stehe schon seit längerer Zeit unter Beobachtung, „in den letzten Wochen ist die Lage dort aber eskaliert. Die Kontrollen haben ergeben, dass wegen der mangelhaften Grundhygiene eine komplette Betriebs- und Anlagenreinigung erforderlich ist“. Das Landratsamt soll der Bäcker-Kette bereits vor ihrem Produktionsstopp am Montag empfohlen haben, einzelne Produktionsteile stillzulegen und „Empfehlungen nachzukommen“. Sicher ist jedenfalls, dass Müller den Aufforderungen zur Nachbesserung aus den ersten Kontrollen nicht nachgekommen ist. Das Landratsamt verständigte deshalb das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit (LGL). Dort bestätigte man auf Anfrage des Münchner Merkur, dass eine Gruppe von Lebensmittelkontrolleuren des LGL bei der Müller-Brot GmbH Proben genommen hat. Eine Sprecherin des LGL sagte, man habe „dem Landratsamt Freising bei der Untersuchung geholfen“. Dazu sei die „Spezialeinheit Lebensmittelsicherheit“ vor Ort gewesen. Diese Einheit von insgesamt 90 Kontrolleuren und wissenschaftlichen Mitarbeitern, darunter Lebensmitteltechnologen und Juristen, gibt es seit 2006. Nach Angaben des LGL ist sie in Deutschland einzigartig. Sie wurde nach dem Gammelfleisch-Skandal in Niederbayern gegründet. „In Einzelfällen wird die Gruppe von den jeweiligen Lebensmittelüberwachungsbehörden angefordert“, erklärte die Sprecherin. Durch die stärkere Spezialisierung der Kontrolleure könne eine höhere Kontrolltiefe erreicht werden. Um welche Art der Verunreinigung es sich in den Produktionsanlagen bei Müller-Brot handelte, konnte die Sprecherin nicht mitteilen. Im Landratsamt begnügte man sich mit dem Hinweis auf „allgemeine Verschmutzungen“. Zugleich wurde betont, dass für Konsumenten zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestand.

In der offiziellen Stellungnahme von Müller, die dazu eine Münchner Presseagentur beauftragte, hieß es, dass Müller die Empfehlungen des Landratsamts sehr ernst nimmt. Man habe sich deswegen dazu entschlossen, die Produktion freiwillig einzustellen. Im Gegensatz zur Stellungnahme des Landratsamts war auch hier wieder die Rede von einem Schwelbrand, der die Zentralsteuerung lahmgelegt habe. „Aufgrund der Wartungsarbeiten kam es zu punktuellen Verzögerungen. Müller-Brot bedauert es, falls Kunden vereinzelt auf gewohnte Produkte warten mussten.“

Scharfe Kritik an den Hygienemängeln kam von der Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ in Bayern. „Es ist Aufgabe der Geschäftsführung, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. Müller hat nicht nur eine Verantwortung gegenüber dem Verbraucher, sondern auch für die Arbeitsplätze“, sagte Hans Hartl, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft. „Und die werden mit so einem Verhalten massiv gefährdet.“ Wie lange bei Müller-Brot die Produktion ausfällt, war gestern noch unklar. Müller-Brot beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1300 Mitarbeiter und betreibt neben den Filialen 3600 Verkaufsstellen. Der Jahresumsatz beträgt 115 Millionen Euro.

Patrick Wehner

zurück zur Übersicht: Neufahrn/Eching

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte Landkreis FreisingUnterschleißheimNeufahrn/EchingAllershausenFlughafenMarzlingFreisingZollingMoosburgAu/Hallertauzurück zur Region

Wetter für Freising

Facebook 'Like Box' wird geladen... Inhalt wird geladen - Downloadanzeige

http://www.facebook.com/freisinger.tagblatt300truefalsefalse

Berichte im Fokus

  • Meistgelesene Artikel
  • Meistkommentierte
  • Themen

Die Facebook-Party, die keine werden sollte

Hallbergmoos - Was passieren kann, wenn man auf Facebook zur Party einlädt, musste ein Hallbergmooser schmerzlich erfahren. Obwohl er versuchte, die Fete abzusagen, wurde das Haus seiner Eltern belagert.Mehr...

Bremskabel gekappt: Kein versuchter Mord, nur Verkehrsdelikt

Neufahrn - Der Vorwurf des versuchten Mordes gegen Florian V. (Name geändert), der die Bremskabel am Auto seiner Ex-Freundin durchschnitten hatte, ließ sich nicht aufrecht erhalten.Mehr...

Führungswechsel bei den „Kleeblättlern“: (von links) Thomas Zombori, Klaus Schmitzer, Thomas Modlmeier, Stefan Zombori, Oliver Schwab und Matthäus Modlmeier. Foto: nb

"Mr. Kleeblatt" verabschiedet sich

Neufahrn - Die Generalversammlung des SV Kleeblatt war gleichzusetzen mit dem Ende einer Ära: Schützenmeister Günter Maisberger trat nach 44 Jahren ab. Sein Nachfolger heißt Thomas Modlmeier.Mehr...

Die Facebook-Party, die keine werden sollte

Hallbergmoos - Was passieren kann, wenn man auf Facebook zur Party einlädt, musste ein Hallbergmooser schmerzlich erfahren. Obwohl er versuchte, die Fete abzusagen, wurde das Haus seiner Eltern belagert.Mehr...

Treue, die belohnt wird: Für seine 25-jährige Mitgliedschaft zur CSU wurde Klaus Walter (3. v. l.) geehrt. Josef Riemensberger, Georg Bartl, Thomas Kellerbauer und Simon Schindlmayr (weiter v. l.) gratulierten. Foto: Bauer

CSU stichelt gegen „Bürger für Eching“

Eching - Die politischen Gegner und Hunde am Hollerner See erzürnten in der Jahreshauptversammlung der CSU Eching die Gemüter. Freudigere Themen waren das Engagement für Familien und Ehrungen.Mehr...

Staatsanwalt ermittelt gegen Brezn-Baron!

Neufahrn/Landshut- Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt offiziell wegen Insolvenzverschleppung gegen die drei Ex-Geschäftsführer von Müller-Brot.Mehr...

Veranstaltungen im Landkreis Freising

Veranstaltungstermine auch jeden letzten Montag im Monat in Ihrem Freisinger Tagblatt


Wollen Sie auch hier aufgeführt werden? Rufen Sie uns an:(08161) 1 86-42 oder senden Sie eine E-Mail: fs-anzeigen@merkur-online.de

Nachrichten aus dem Landkreis

Man muss sich in Geduld üben

Landkreis - Im Jugendzentrum „Tollhaus“ tagte der Jugendkreistag. Und toll fand es auch Freisings neuer, 34-jähriger OB Tobias Eschenbacher, dass sich Jugendliche einbringen.Mehr...

BI Attaching bekommt keine Antwort von Startbahn-Fans

Freising - Regelmäßig präsentiert das Bündnis „Ja zur dritten Startbahn“ prominente „Botschafter“, die sich für das Projekt aussprechen - und so vor dem Münchner Bürgerentscheid (17. Juni) die Werbetrommel für das Projekt rühren. Aktueller „Botschafter“ ist Alt-OB Jochen Vogel.Mehr...

Freising-Dartspiel

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper