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Müller-Brot bleibt weiter dicht!

Neufahrn – Müller-Brot darf den Betrieb immer noch nicht wieder aufnehmen! Immer noch zu dreckig! Das haben die Kontrolleure am Freitagabend entschieden. Unterdessen wurde bekannt, dass es einen Kaufinteressenten für Müller-Brot gibt.

Das Schicksal der Großbäckerei Müller-Brot in Neufahrn bei Freising hängt am seidenen Faden. Bis spät in die Nacht inspizierte eine 25-köpfige Prüfungskommission den Betrieb – am Ende mit negativen Resultat. Bei der Kontrolle am Freitagabend hätten die Behörden erneut Ungeziefer wie Schaben und Käfer sowie Mäusekot gefunden, teilte das Landratsamt mit. Schädlinge seien auch dort festgestellt worden, wo an diesem Samstag die Produktion hätte wiederaufgenommen werden sollen, sagte der Freisinger Landrat Michael Schwaiger laut Mitteilung. Eine Inbetriebnahme zum jetzigen Zeitpunkt sei deshalb abgelehnt worden, sagte der Leiter des von Müller-Brot engagierten Hygienemanagement-Teams, Prof. Thomas Becker. Auch eine Produktionsaufnahme in Teilbereichen sei nicht zulässig.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl aus Nürnberg sprach von einem „außerordentlich schwierigen Fall“. Gleichwohl gebe es die Anfrage eines Kaufinteressenten.

Hygiene-Mängel: Hier wird das Müller-Brot entsorgt

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Becker ist von dem Ergebnis sichtbar enttäuscht. Aber auch der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl ist bedrückt. „Ich habe mit diesem Ergebnis nicht gerechnet“, bekennt er offen. Immerhin seien einige tausend Quadratmeter Hallenfläche akribisch gereinigt worden.

Ampferl kämpft an mehreren Fronten. Mit einem Team von 15 Betriebswirten und Rechtsanwälten prüfte er am Freitag die Akten des Unternehmens. Am Nachmittag hielt er eine Betriebsversammlung ab. Und zwischendurch erreichte ihn die Anfrage eines Kaufinteressenten, der auch Interesse an einer Übernahme von Teilen des Filialnetzes haben soll. Doch was soll ein Kauf ohne Betriebsgenehmigung?

Zunächst müsse jetzt Geld für weitere Reinigungsmaßnahmen aufgetrieben werden, sagt Ampferl. Einen Termin für eine weitere Kontrolle kann er am Freitagabend nicht nennen. Auch zur Zukunft der über 1000 Arbeitsplätze bleibt er wortkarg – alles hänge von der Produktionsaufnahme ab.

Seit zweieinhalb Wochen ist der Betrieb nun stillgelegt. Eine erste Abnahme durch Lebensmittelkontrolleure am Freitag vor zwei Wochen scheiterte – das Unternehmen hatte die Hygieneauflagen nicht erfüllt. Auch der Termin gestern stand zunächst auf wackeligen Beinen. Wie unserer Zeitung bekannt wurde, wären Müller-Brot am Freitag auch noch beinahe Wasser und Fernwärme abgestellt worden. Der Neufahrner Bürgermeisters Rainer Schneider erhielt am Freitagmorgen einen Anruf von Müller-Brot. Darin sei es um die Schulden des Unternehmens bei einem lokalen Versorger gegangen, sagt der Bürgermeister. Laut Schneider konnte gemeinsam mit dem Echinger Bürgermeister „ein Aufschub erreicht werden“. Über die Höhe der Schulden sagte der Rathauschef nichts. Jedoch sehe es nun so aus, „dass Lieferungen von Wärme und Wasser zumindest bis Ende nächster Woche gewährleistet seien“. Wenigstens das, so scheint es, ist gesichert.

Alexander Fischer und Patrick Wehner

Rubriklistenbild: © dpa

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