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Vor Hochhaus-Bürgerentscheid: Stadtrat Unterschleißheim will kein Schreckensszenario

Vor Hochhaus-Bürgerentscheid: Stadtrat will kein Schreckensszenario

Unterschleißheim - In vier Wochen ist Bürgerentscheid. Die Debatte um eine Höhenbegrenzung für Hochhäuser läuft schon jetzt emotional und hitzig. Stadtuntergangsprognosen allerorten.

Brennpunkt „Menlo-Tower“: An den von Manfred Graf geplanten beiden Büro-Hochhäusern hat sich die Debatte um eine Höhenbegrenzung entzündet. Die Simulation zeigt, wie sich der Komplex mit Kongresszentrum in das Stadtbild einfügen würde. Foto: FKN

Brennpunkt „Menlo-Tower“: An den von Manfred Graf geplanten beiden Büro-Hochhäusern hat sich die Debatte um eine Höhenbegrenzung entzündet. Die Simulation zeigt, wie sich der Komplex mit Kongresszentrum in das Stadtbild einfügen würde. Foto: FKN

Wie hoch darf ein Hochhaus in der Stadt sein? Höher als 50 Meter? Darüber entscheiden die Unterschleißheimer am Sonntag, 4. März, in einem Bürgerentscheid. Wer dann niedrigeree Hochhäuser bevorzugt, trägt Schuld daran, wenn im Ort bald vieles anders wird. Schlechter. So jedenfalls liest sich das in einem Entwurf der Stadtverwaltung für den Stadtrat als Stellungnahme zum Bürgerentscheid. Zeilen, die CSU, SPD, Grüne und FDP für so „polemisch“ hielten, dass sie sie per Antrag ändern ließen. Die Mehrheit dazu gab es im Stadtrat, gegen die Stimmen von Bernd Knatz (ÖDP) und der Freien Bürger (FB).

Unterschleißheim sei ein „herausragender Wirtschaftsstandort“, an dem „bedeutende, international tätige Unternehmen innovativer Spitzentechnologie“ für die „Schafffung tausender hochwertiger Arbeitsplätze für die Unterschleißheimer Bürger“ sorgen, heißt es in der Urfassung. Eine Begrenzung der Höhe für Gebäude könnte Investoren „abschrecken“ und „zukunftsnötige Immobilieninvestitionen“ verhindern. Die Stadt würde „erheblichen Schaden“ nehmen, Gewerbesteuer könnte wegbrechen mit „gravierend negativen Auswirkungen“. Letztlich, schreibt die Stadt, seien dann die freiwilligen Leistungen in Gefahr. Kinderbetreuung, Bildung, Jugendarbeit, Kultur- und Vereinsleben: im schlimmsten Fall alles eingestellt. Ein Szenario, dass selbst den Stadträten zu weit ging, die gegen eine Höhenbegrenzung sind.

Jetzt also die neue Stellungnahme, die sich weniger drastisch liest, im Tenor jedoch ähnlich bleibt (siehe Kasten). Im Herzen, so scheint es, ist so mancher Stadtrat sowieso auf der ursprünglichen Linie der Stadt geblieben: Stefan Diehl (CSU) etwa, der in einem Papier zum Haushalt davon schreibt, dass „wer sich um Unterschleißheim wirklich sorgt, wer zur Zukunft Unterschleißheims Ja sagt, dem bleibt nur beim Bürgerentscheid nein zu sagen“.

Andere aber, Bernd Knatz (ÖDP) und die drei Stadträte der Freien Bürger, können sich mit keiner der Stellungnahmen anfreunden. „Zu polemisch“ waren und sind die Zeilen, findet Knatz. Reichart und Riederle (FB) sehen hier wie dort „Unwahrheiten. Etwa, dass Hochhäuser über die Gewerbesteuer entschieden und diese wiederum über soziale Leistungen. Riederle wies explizit auf die Verkehrssituation hin: Mit dem an der Edisonstraße geplanten Bau der „Menlo-Tower“, 53 und 85 Meter hoch, geht nach seiner Ansicht eine Zunahme des Verkehrs einher. Lösungen, insbesondere für den Knoten A 92/B 13, gebe es nicht, sagte Riederle, auch wenn die Stadt von „konkreten und machbaren Lösungsvorschlägen“ schreibe.

Die verabschiedete Stellungnahme erscheint im Wortlaut im Lohhofer Anzeiger. Nachzulesen ist dann zudem die Position der Inititaive „Stadt mit Maß“ (Bericht folgt). Sie hatte das Bürgerbegehren gestartet, das in den Bürgerentscheid mündet.

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