Unterschleißheim - Der „Sales Manager" des Hotel Dolce Munich aus Unterschleißheim, Thomas Lang, war noch am Freitag erfüllt vom Erlebnis des Vorabends. Blind hatte er in einer Art Russisch Roulette seine Hand über fünf Papierhüllen geführt und eine Hülle nach der anderen mit der flachen Hand niedergedrückt. Bis auf eine: In der reckte sich die scharfe Klinge eines Messer hoch.

Wissen, was andere denken funktioniert auch bei Norman Alexander nicht immer: Als sich Stephanie Hübner eine der sieben Todsünden bildlich vorstellen sollte, setzte er auf die falsche Sünde. Foto: Michalek
„Dieses Experiment ist schon etwas heftig“, gab Normann Alexander (21), mit richtigem Namen Sascha Smolinski, schmunzelnd zu. Er hatte Langs Hand geführt. Alexander ist Mitglied des Magischen Zirkels, nennt sich Gedankenleser, ist laut Internet „Zauberkünstler“ - und war Stargast beim Wirtschaftsforum Unterschleißheim im Victor's Residence-Hotel.
Norman Alexander ist auch Wissenschaftler. Er entwickelte während seines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums die „Business-Mind-Reading Strategie“. Führungskräfte und Verkäufer sollen mit ihrer Hilfe erkennen, was ihre Geschäftspartner denken und wie sie am besten mit ihnen kommunizieren können. Das habe viel mit Intuition und Beobachtung zu tun, sagte er.
„Wichtig ist die Übereinstimmung, die mentale Verbindung mit dem Gegenüber. Menschen, die das gleiche denken, neigen dazu, sich zu mögen.“ Und genau das sei im geschäftlichen Miteinander wichtig. Wenn man die Körpersprache und Physiologie des anderen widerspiegle, stelle sich ein harmonisches Miteinander ein. Dabei könne man die Menschen nach den drei häufigsten Kategorien einteilen: visuelle, auditive und kinästhetisch orientierte Menschen.
Wer visuell ausgerichtet sei, also schneller und hastiger aus der Brust heraus spreche und Formulierungen benutze, wie „Das wird man sehen“, oder „Das leuchtet ein“, dem nutzen auditive Aussagen nichts, wie „Ich sage Ihnen das nun Wort für Wort“, oder die kinästhetische Frage „Können sie das nachvollziehen“. Es erreicht sie nicht. Mit universellen Aussagen aber erhöhe sich die eigene Glaubwürdigkeit. „Sie fragen sich jetzt, wie kann das gehen“, sei ein Beispiel. Diese Frage stelle sich tatsächlich jeder. Damit entstehe eine Brücke zum Gegenüber.
Thomas Lang erinnerte er zunächst mit der Hand über dem offen sichtbaren Messer an frühere Gefahren. So sensibilisierte sich seine Intuition. Dann verschwand das Messer unter der Hülle und stand unsichtbar neben vier anderen Hüllen. Dritter Bürgermeister Christoph Böck hatte die Aufgabe - während sich Lang und Norman Alexander umdrehten - die fünf Hüllen zu mischen. Blind ging Lang dann mit der, vom Referenten geführten Hand über die Hüllen. Intuitiv fand er die mit dem Messer.
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