Oberammergau - In den Ergebnislisten des 40. König-Ludwig-Laufs steht hinter ungewöhnlich vielen Teilnehmern das Kürzel „DNS“ – „did not start“. Bei den eisigen Temperaturen hatte sich eine große Zahl von Läufern gegen einen Start entschieden.

© Andreas Kögl
Auch Michael Neumeier aus Ohlstadt hatte sich nur zögerlich zu einer Teilnahme durchgerungen: „Ich hab’ mir in der Früh überlegt, ob ich überhaupt starten soll.“ Aber er sei ja schon angemeldet gewesen. Von einer Sturmmaske geschützt und Fettcreme aufgetragen, machte er sich auf den anstrengenden Weg. 50 Kilometer im klassischen Stil hat Neumeier absolviert, die eisige Kälte ist an ihm nicht spurlos vorrübergegangen. Gefroren habe es ihn nicht während des Rennens, sagt er, doch im Ziel offenbarten sich die Folgen: Erfrierungen im Gesicht und eine Bindehautreizung im Auge. Den Veranstaltern macht Neumeier jedoch keinen Vorwurf. „Das muss jeder für sich selber entscheiden.“ Persönlich hat er Konsequenzen gezogen: „Wenn’s im nächsten Jahr wieder so kalt ist, werd ich’s bleiben lassen.“
Robert Anzenberger aus Wallgau hat sich lange überlegt, ob er bei der arktischen Kälte das Rennen antreten soll. „Es war schon ein bisserl grenzwertig, aber ich hab’ mich dementsprechend vorbereitet.“
Nicht am Start war dagen Max Olex. Der junge Langlauf-Profi scheute allerdings nicht die tiefen Temperaturen, er musste wegen einer Erkältung passen. „Ansonsten wär’ ich mitgelaufen. Für mich ist der Ludwig-Lauf das absolute Saison-Highlight."
Tassilo Pritzl
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