Graßlfing - Zwei Wochen waren mehrere Firmenbetreiber im Graßlfinger Gewerbegebiet ohne Internet. Sie sind stinksauer auf die Telekom und verlangen Schadenersatz für verlorene Aufträge.

Werner Schüler ist sauer auf die Telekom: Zwei Wochen konnte er in seiner Trockenbaufirma mit dem Computer nicht ins Internet. Foto: huber
Immerhin: Seit dem Tagblatt-Anruf bei der Telekom geht das Netz im Olchinger Stadtteil wieder.
Auf ihrer Homepage wirbt die Telekom für eine Internet- und eine Telefon-Flatrate via Funk. Diese sei ideal für ländliche Gegenden. Für ein paar Firmen im Graßlfinger Gewerbegebiet hörte sich das sehr gut an. Statt des langsamen Internets über Kabel wollten sie über W-LAN schneller ins weltweite Netz.
Im September kauften sie sich deshalb das Paket. „Das ist aber schon so holprig angegangen“, erinnert sich Gunther Kiemer von der Dachdeckerei und Spenglerei Sieber. Immer wieder sei der Zugang zum Internet ausgefallen. Einige Zeit funktionierte es dann reibungslos. Bis am 17. Januar der völlige Blackout kam. Niemand, der das Internet über Funk empfing, konnte es nutzen.
Auch die anderen Firmenchefs klagen über Einbußen. Kiemer beziffert seinen Schaden auf mehrere tausend Euro, Daniel Stanislaus von der Firma Metalog auf 1700 bis 2000 Euro.
Daniel Stanislaus kam vergleichsweise glimpflich davon. Nach einer Woche konnte er wieder ins Internet, und zwar über seine alte Kabelverbindung. Dabei war ihm gesagt worden, dass das technisch nicht ginge. „Mein Glück war, dass ich die einzige fähige Mitarbeiterin im Call-Center bekam.“ Sie stellte ihm die Verbindung innerhalb einer halben Stunde um.
Die anderen Firmen hatten weniger Glück mit ihren Gesprächspartnern. Zuerst hieß es, dass die Empfangsgeräte in den Büros defekt seien, dann wurde ein Bauteil am Sendemast verantwortlich gemacht - und ein Subunternehmer, der das Teil nicht liefere.
Als die Unternehmen zur gleichen Frau im Call Center wollten wie Metalog, konnten sie nicht zu ihr verbunden werden. „Die Telekom ist ein Kommunikationsunternehmen, aber sie können sich nicht untereinander verbinden“, sagt Stanislaus, dessen Firma übrigens Spiele zum Kommunikationstraining entwickelt.
Mittlerweile haben die Unternehmen wieder W-LAN-Zugang. Noch bevor die Stellungnahme der Telekom beim Tagblatt ankam, ging das Netz wieder. Zwischen Anfrage der Heimatzeitung und plötzlicher Reparatur lagen etwa 30 Minuten. Offizielle Begründung der Telekom: „Offensichtlich gab es eine Störung in der Leitungsanbindung des Mobilfunkstandortes.“ Auch wenn die Verbindung wieder steht: Eine Entschädigung wollen die Firmen auf jeden Fall. Notfalls per Klage. „Wenn die Telekom eine normale Firma wie wir wäre, wäre sie nach einem Monat pleite, so wie sie mit den Kunden umgeht und den Laden führt“, sagt Kiemer.
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