Ottobrunn - Zum dritten Mal hat Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) alle 18-jährigen Gemeindemitglieder ins Wolf-Ferrari-Haus eingeladen.

Endlich ohne Papa Autofahren, darauf hatte Julia Jaroszewicz lange gewartet. Seit ihrem 18. Geburtstag im Mai 2011 kann sie allein losdüsen. Mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter beginnt für viele ein ganz neuer Lebensabschnitt. Da lohnt es sich, das noch einmal extra zu feiern.
Ziel der Veranstaltung war es, die jungen Erwachsenen mit der Ottobrunner Kommunalpolitik vertrauter zu machen: „Oft wissen die jungen Leute gar nicht, was der Gemeinderat eigentlich macht“, sagt Thomas Loderer. In lockerer Runde traue man sich auch eher, Fragen zu stellen. Vielleicht wolle sich der eine oder andere auch ehrenamtlich engagieren und könne so direkte Kontakte zu Vertretern der Gemeinde knüpfen.
Die familiäre Atmosphäre der Gemeinde weiß auch Iman El-Abdellaoui zu schätzen. Seit neun Jahren lebt die 18-Jährige mit marokkanischer Abstammung in Ottobrunn. Sie wurde in Bonn geboren, nach beruflicher Versetzung des Vaters zog die Familie hierher. „Ich fühle mich wohl hier, es ist eine schöne kleine Gemeinde“, sagt sie. Dennoch sei es von Vorteil, dass München gleich um die Ecke ist. Das angestrebte Lehramtsstudium in Deutsch, Geschichte und Kunst möchte sie unbedingt an der Ludwigs-Maximilians-Universität absolvieren. „Ich möchte nur ungern umziehen.“
Julia Jaroszewicz lebt zwar gerne in Ottobrunn, sieht aber auch die Nachteile: „Hier gibt es leider nicht so viele Möglichkeiten zum Weggehen, deshalb fahre ich lieber nach München“, sagt die 18-Jährige. Und das kann sie jetzt auch ohne ihren Papa: „Allein Autofahren macht einfach mehr Spaß.“ Von Kerstin Feyrer
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