Peiting - Mittwochabend in der Schloßberghalle. Mit Dieter Hildebrandt und seinem aktuellen Programm „Ich kann doch auch nichts dafür“ erlebte die Spielreihe „Brot und Spiele“ vor vollem Haus einen glänzenden Auftakt.

Veranstalter Wolfgang Ramadan zeigte sich zufrieden und lobte in höchsten Tönen die neue Bühnenausstattung, für die die Gemeinde immerhin 50 000 Euro investiert hat.
„Im Alter ist man weniger nachtragend, wegen der zunehmenden Vergesslichkeit“, kokettierte Hildebrandt mit seinem Alter. Der Grandseigneur des deutschen Kabaretts blickt immerhin auf 84 Lebensjahre zurück. Doch wer erlebt hat, was da in schönster geistiger Frische von der Bühne tönte, wäre nie auf die Idee gekommen, das Wort „Alter“ auch nur Ansatzweise zu denken.
Und natürlich darf der Witz von der Nachwuchs-Journalistin nicht fehlen, die im Hauptquartier der SPD anruft und nach Herbert Wehner fragt. Und auf die ironische Auskunft, dass dieser gerade mit F.J. Strauß spreche, antwortet: „Dann ruf ich später noch mal an.“ Über das Publicity-wirksame linke Liebespaar Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht spekuliert er: „Die arbeiten vielleicht an einem kleinen Stalin!“ Zu Kachelmann fällt ihm ein: „Hat der jetzt die Alice Schwarzer vergewaltigt oder war es umgekehrt?“
Hildebrandt springt munter von einem Thema zum anderen, reiht scharfzüngig Pointe an Pointe. Oft so schnell, dass seine Zuhörer vor lauter Konzentration zu lachen vergessen. Da sitzt einer auf der Bühne, der routiniert mit dem Publikum spielt. Ein General des schwarzen Humors, der gekonnt seine Zuhörer von einer Lachsalve in die nächste dirigiert. Und der offenbar nicht müde wird, sich die Absonderungen von Politikern und Journalisten in der Glotze anzusehen: „Die ARD macht sich in jede Hose, die man ihr hinhält, und die Privaten senden das, was drin ist. Und ich sitze wehrlos vor der Mattscheibe.“
Zuletzt gibt er, mit einem Spazierstock bewaffnet, den er in den Boden rammt, seinen berühmten Rentner-Rap. Und das, obwohl ihm sein Enkel geraten hat, sich auf der Bühne nicht zuviel zu bewegen. Das Publikum war ebenfalls bewegt und spendete frenetischen Applaus. Chapeau, Herr Hildebrandt!
uf
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