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Kanapeerennen in Peiting: Boandlkramer mit aufgebahrter Leich

Kanapeerennen in Peiting: Boandlkramer mit aufgebahrter Leiche

Peiting - Das „Sargkanapee“ soll in diesem Jahr beim 9. Peitinger Faschings Kanapee Schlittenrennen die örtlichen Ministranten zum Sieg verhelfen.

Drei Jungs der „Boandlkramer“ aus Peiting legen letzte Hand an, um ihr Sargkanapee für das Peitinger Großereignis aufzumotzen. Von links: Christoph Salzmann, Martin Skalitza und Stefan Wagner. foto: hans-helmut herold

Die Idee zu dem sicherlich außergewöhnlichen und auch gewöhnungsbedürftigen Rennschlitten kam den Peitinger „Lausbuben Gottes“ ganz spontan beim Kinobesuch. Sie hatten im vergangenen Jahr den neuen Film vom Brandner Kaspar im Kino gesehen. Noch vor dem Ende des Leinwanderlebnisses stand für die Ministrantengruppe fest, als „Boandlkramer“ mit einem kuriosen Gefährt ins Rennen zu gehen.

Hatten die Jungs vor drei Jahren als Messbuben mit einem mobilen Altar am Schnaidberg die Schmunzler auf ihrer Seite, wollen sie am nächsten Wochenende mit ihrem Sargkanapee an den Start gehen. Außerdem wollen wir eine Peitinger Tradition beibehalten“ erklärt Stefan Wagner. Er wird das zweite Mal dabeisein, wenn am Wochenende die Pistenverhältnisse das Rennen erlauben.

Einen detaillierten Plan für den Bau des mobilen Sarges gab es bei den Jungs nicht. Alles wurde nach Gefühl und himmlischer Eingebung konstruiert. Das Untergestell mit den ausgedienten Rennlatten als Kuven war ja noch vom letzten Mal vorhanden. Nur das Obergestell musste neu entwickelt werden. Schritt für Schritt gingen die Tüftler vor, immer wieder unterbrachen Sitz- und Stehproben die Säge- und Schraubarbeiten. „Haltegriffe sind ganz wichtig“: Eine Erfahrung von Stefan Wagner vom letzten Mal. Und wie er erzählt, müssen die Griffe besonders fest angebracht sein, denn je näher man an den Schanzentisch kommt, desto fester krallt oder klammert man sich fest. Da werden ungeahnte Kräfte freigelegt. Um also nicht beim Aufschlag nach dem Sprung sein blaues Wunder zu erleben, befestigt man mit den Spaxschrauben doppelt und dreifach. Eigentlich hatte der Vater von Martin Skalitza das große Paket mit den Schrauben für eine Baumaßnahme am Dach seines Hauses besorgt, aber „die Schrauben lagen unwahrscheinlich günstig zur Weiterverarbeitung unseres Projekts,“ erklärt der 16-Jährige. Schließlich kann man ja noch vor dem Rennen zum Beichten gehen. Nicht viel anders kamen die Jungs in den Besitz der Hölzer. „Die waren im Stadl unseres Mesners ganz ideal gelegen, wie für uns bestimmt,“ interpretiert die Sachlage Ministrant Christoph.

Auf die Frage, wer denn nach altem Vorbild im Sarg aufgebahrt wird und die Fahrt in Rückenlage erleben muss, richten sich spontan alle Blicke auf Michael Kratz. Er ist der kleinste der Gruppe und muss deshalb als Leiche herhalten. „Pragmatische Gründe“ nennt es Christoph, oder anders formuliert: „Der passt da einfach rein!“ Während Leiche Michael ganz blass gepudert und mit Augenringen versehen wird, werden die Boandlkramer ganz in Schwarz gekleidet, mit einem Zylinder als Kopfbedeckung und natürlich mit flatternden Umhängen für das passende Bild sorgen.

Rennbeginn ist am Sonntag, 12. Februar, um 13.30 Uhr. Die Schlitten müssen allerdings bis 12.30 Uhr angeliefert werden. Ein Schlitten muss mit mindestens zwei Personen besetzt sein, lenk- und bremsbar, maximal drei Meter hoch und nur so schwer, dass er von der Mannschaft selbst an den Start gebracht werden kann. Je origineller der Schlitten ist, desto besser. Infos gibt Korbinian Schmid, Rufnummer 0162/3036012.

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