Wildsteig - Die Gemeinde Wildsteig nimmt ihr neben der neu verlegten Datenautobahn größtes Projekt für die nächsten Jahre in Angriff: Das Baugebiet „Unterfeld“ wird erschlossen.
Die Weichen sind gestellt: Der Gemeinderat vergab den Auftrag für die Erschließung des Baugebiets „Unterfeldweg“ einstimmig an eine Schongauer Baufirma. Gesamtkosten laut Bürgermeister Josef Taffertshofer: satte 441 000 Euro.
Das ist viel Geld für das kleine Dorf, dass mit seinen rund 1200 Einwohner zu den einkommensschwächsten in ganz Bayern gehört. Die Kassenlage ist zwar nicht besorgniserregend, aber dennoch klamm. Zum Jahresende drückten die Kommune rund eine Million Euro Schulden. Aber Wildsteig will wachsen. Vor allem von der Einwohnerzahl her: 18 Baugrundstücke sind am westlichen Ortsrand des Dorfes vorgesehen, der größte Teil davon für Wohnhäuser.
In erster Linie siedeln sich junge Familien an, hofft man im Rathaus. Der Rest ist für Gewerbe gedacht, erste Interessenten gibt es schon - im jüngsten Gemeinderat wurde der Bau eines Wohnhauses mit gewerblicher Garage genehmigt. Die neuen Betriebe sollen sich zu den Firmen gesellen, die bereits entlang des Wieswegs sitzen.
Doch es war eine schwere Geburt, bis das Baugebiet stand. Erst im Dezember hatte der Gemeinderat die Pläne des Biessenhofener Ingenieurbüros „Mühlegg & Weiskopf“ absegnen können. Was aber an den vielen Einwänden der Fachbehörden lag. Denn denen bereitete der Lärm- und Naturschutz gehörige Bauchschmerzen, die Wildsteiger mussten ihre Planung auf Wunsch des Landratsamts nachbessern. In erster Linie ging es um den Schutz des Wohngebiets vor den benachbarten Betrieben: Um späteren Streit zu vermeiden, werden nun extra Pufferzonen eingerichtet. Das größte Problem war aber das Landschaftsschutzgebiet rund um die Wieskirche.
Das Baugebiet liegt drin, und da half nur ein formeller Kniff: Die Bauflächen wurden mit Billigung der Kreisverwaltung eigens als „Linsen“ aus dem Schutz herausgenommen. Auch wegen der Straßengestaltung war es im Dezember im Gemeinderat Wildsteig zu Diskussionen gekommen - nicht jedem gefiel es, dass es keinen Gehweg geben sollte.
Am Ende wurde, nach nicht-öffentlicher Debatte, auf die Fußgängertrasse verzichtet. Auch, weil der Rathauschef sich dagegen aussprach: „Weil wir sonst optisch eine ewig breite Straße zusammenbringen.“ Einen Straßennamen haben die Wildsteiger für ihr Baugebiet auch schon gefunden: Ganz einfach „Am Unterfeld“ soll sie heißen.
ab
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.