Rottenbuch - Groß gefeiert wurde das Patrozinium der Pfarrkirche Mariae Geburt in Rottenbuch. Zum Pontifikalamt zogen gleich 105 Ministranten des Pfarrverbandes in das Gotteshaus ein.

Unglaubliche 105 Ministranten aus den Pfarreien Rottenbuch, Böbing, Schönberg und Wildsteig zogen zur Freude von Pfarrer Gerhard Gumpinger und der zahlreichen Gläubigen beim Patroziniums-Gottesdienst in die blumengeschmückte Rottenbucher Pfarrkirche Mariae Geburt ein. Fotos: gerhard heiß
Groß gefeiert wurde am Sonntag das Patrozinium der Pfarrkirche Mariae Geburt in Rottenbuch. Zum Pontifikalamt zogen neben den Fahnenabordnungen gleich 105 Ministranten des Pfarrverbandes in das Gotteshaus ein, um ihrem Seelsorger Pfarrer Gerhard Gumpinger für seinen 10-jährigen Dienst zu danken.
„Die Kirche kann auf vieles verzichten, das Gebet aber darf sie nicht ruhen lassen.“ Abt Barnabas Bögle stellte in seiner Heimatkirche deutlich heraus, dass die immer neue Hinwendung zum offenen Herzen Gottes lebendig bleiben muss. Die Gottesmutter, seit Anfang an Patronin der früheren Stiftskirche, unterstütze die Beter und „führe hin zu dem, der der Frieden ist.“
So wurden die Feierlichkeiten traditionsgemäß eingerahmt mit einer Marienvesper am Vortag und einer Marienandacht mit abendlicher Prozession durch den Klosterhof und Kindersegnung zum Abschluss. Die Lichter blies leider der einsetzende Sturm aus.
Am Altar standen neben Abt Barnabas Bögle, Diakon Hans Steinhilber und dem Ortsgeistlichen Pfarrer Gerhard Gumpinger auch sein Vorgänger Walter Kronast und Ruhestandspriester Anton Schwaiger. Hans Bierling, ebenfalls aus Rottenbuch stammender Priester, hatte indes im Chorgestühl Platz genommen - neben der Statue des Peitinger Klosterstifters, Welf IV..
Die Grundgestalt des Kirchenraumes ist bei allen Veränderungen bis hin zur kostbaren Barockausstattung über neun Jahrhunderte geblieben und in ihrer Aussage eine immer gültige Botschaft. Auf die vier wesentlichen Strukturelemente ging Abt Barnabas Bögle in seiner Predigt ein. „Wer diese Kirche betritt“, so der Abt wörtlich, „tritt ein in das Geheimnis des Kreuzes.“ In dem kreuzförmigen Grundriss verberge sich die gute Nachricht, dass Gott sich in Jesus ganz „auf unser Leben eingelassen habe“. Die langen Gänge der drei Kirchenschiffe laden ein „zum Pilgern“ und erinnern gleichsam daran, dass „wir auf der Erde keine bleibende Stätte haben“. Die Ausrichtung des Altares nach Osten hin erinnert an das Osterfest, den Sieg des Gekreuzigten über Sünde und Tod.
Die Feier des Sonntags als kleines Osterfest Woche für Woche sei das Rückgrat einer christlichen Gemeinde. In der Mitte, wo Quer- und Längsbalken sich treffen, habe die Kirche einen „heiligen Bezirk“. Hier versammelte sich die Gemeinschaft der Augustiner über 700 Jahre mehrfach am Tag, um zu beten, stellvertretend für alle in den Dörfern ringsum. Heute steht dort der Volksaltar, an dem vor zehn Jahren am Patrozinium Pfarrer Gerhard Gumpinger erstmals mit seiner Gemeinde Eucharistie feierte.
Pastoralreferent Georg Jocher erinnerte zu Beginn des Hochamtes an dieses Jubiläum und dankte im Namen des Pfarrverbandes dem leidenschaftlichen Seelsorger. Verbunden mit dem Wunsch, „dass Du weiterhin mit augustinisch-brennendem Herzen für die Dir anvertrauten Menschen da sein kannst“.
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