Peiting - Schluss mit lustig: In der Peitinger „Südseite“ wird nie mehr (beim Weggehen) gebaggert, stattdessen geschraubt: Das gegenüberliegende Autohaus Rieser hat einen Teil der Kneipe gekauft, um sich zu erweitern.

Ein Grund zum Feiern: Die Firma Rieser kann sich in der ehemaligen Peitinger Kult-Kneipe „Südseite“ erweitern – ein ungewöhnlicher Immobilien-Deal. foto: bas
Damit ist wohl einer der ungewöhnlichsten Immobilien-Deals in der Marktgemeinde über den Tisch.Alles zu eng, ein ständiger Kampf um jeden Zentimeter Platz: Damit ist jetzt Schluss. Das Peitinger Autohaus Rieser geht in die „Südseite“. Nicht zum Feiern. Sondern, um endlich etwas gegen den ständigen Platzmangel zu unternehmen.
Damit ist ein langes Kapitel in dem Buch „Privatisierung bremst Gewerbe aus“ abgeschlossen. Ein Kapitel, das sogar den Peitinger Gemeinderat schon beschäftigt hat. Schließlich hätte sich die Firma Rieser längst auf dem brach liegenden Bahn-Grundstück nebenan ausdehnen können. Das war allerdings an mangelnder Verhandlungsbereitschaft seitens des Bahn-Immobilienbesitzers gescheitert.
Da war es quasi ein Geschenk des Himmels, das im Mai vergangenen Jahres die Peitinger Kult-Kneipe für immer ihre Pforten schloss. Schlecht für alle Nachtschwärmer. Gut fürs Autohaus Rieser. Durch Zufall kam der Kontakt mit dem Besitzer des immerhin knapp 2000 Quadratmeter großen Anwesens zustande - und irgendwann auch das Geschäft.
Der Deal: Die gesamte Fläche inklusive der Gebäude, die an die „Südseite“ angeschlossen sind, wurde dreigeteilt. Dem Autohaus Rieser gehört jetzt die ehemalige Kegelbahn, also der rechte, längliche Teil des Hauses samt Grundstück. Zusammengenommen sind das immerhin 650 Quadratmeter. Die sollen künftig als Lagerraum genutzt werden.
Die Garagen neben der bestehenden Rieser-Werkstatt auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden weggerissen. Auf der Fläche neben der Werkstatt wird angebaut, um eben diese zu vergrößern. Und das ist bitter nötig. „Wir waren oft mit unseren Kapazitäten am Ende.“
Ein Grundstücks-Deal, über den man sich auch bei der Gemeinde freuen dürfte. Immerhin hat der Bauausschuss schon im August vergangenen Jahres der Erweiterung der Rieser-Werkstatt zugestimmt. Auch wenn die damit ziemlich nahe an die eigene Grundstücksgrenze herankommt. Aber: Wenn schon die Besitzer der Bahn-Immobilie über so viele Jahre gebremst haben, dann will nicht auch noch die Gemeinde der Vergrößerung einer heimischen Firma im Weg stehen, so der Tenor.
Zumal mit dem Bauvorhaben auch eine minimale personelle Aufstockung einhergeht: Der Lehrling soll als feste Kraft übernommen, ein neuer Lehrling eingestellt werden. Und auch ein Autoglas-Reparatur-Center ist angedacht, verrät Robert Rieser. Noch heuer wird gebaut, spätestens im Frühjahr 2013 soll alles über die (Hebe)bühne gegangen sein.
Übrigens: Mit dem Grundstücks-Geschäft kann auch das Gebäude „Südseite“ in seinem Ursprungs-Zustand erhalten werden - immerhin hat das Haus, eine ehemalige Wirtschaft, schon viele Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Pläne einer Immobilien-Firma, die „Südseite“ platt zu machen und neu auf dem Gelände zu bauen, sind damit vom Tisch. Noch eine gute Nachricht also für Peiting.
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