Peiting - Allein fünf Mal wurde Werner Wladar sein blauer VW Bus, den er in der Birkenriedstraße parkt, in den vergangenen drei Monaten zerkratzt. Das geht allerdings schon seit elf Jahren so.

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Racheakt wahrscheinlich: Immer wieder wird der blaue VW Bus von Werner Wladar von einem Unbekannten zerkratzt. Die Polizei ermittelt noch gegen Unbekannt.
Es ist eine Mischung aus Wut und Frust, mit der der 46-Jährige zu kämpfen hat, wenn er vor seinem Vehikel steht. „Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, wer so etwas macht“, sagt er kopfschüttelnd, während er die Spuren des Täters zeigt, die sich tief in den Lack gebohrt haben. Er vermutet einen Nagel als Tatwaffe, die Polizei könnte sich auch einen Schraubenzieher vorstellen.
Dass es sich bei den Aktionen um Racheakte speziell gegen seine Person handelt, liegt auf der Hand, denn keines der anderen Fahrzeuge in der Nachbarschaft wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Und das in den vergangenen elf Jahren. So lange wohnt Wladar mit Frau und Sohn in einem Reihenhaus in der Birkenriedstraße.
Seltsam auch: Nie wurde etwas beobachtet, Zeugen gibt es nicht - für keine der zahllosen Gewaltakte. Ihren Anfang nahmen die, als die Familie im Jahr 2000 in die Birkenriedstraße zog. Genauer gesagt, drei Monate nach dem Einzug. „Früher in der Pater Schelle-Straße oder davor in Schongau hat nie etwas gefehlt“, erzählt das Opfer.
Wladar versteht nicht, „warum jemand, der ein Problem mit mir hat, das nicht persönlich mit mir regeln kann“, zuckt er mit den Schultern. Wladar weiter: „Hätte ich jede Beschädigung angezeigt, hätte die Polizei vermutlich einen eigenen Beamten für mich abstellen müssen.“
Ehefrau Doris ist vor den Attacken des noch unbekannten Täters übrigens sicher. Ihr Wagen steht in der Garage. Die hätte ihr Mann auch gern, „doch es gibt hier nur sehr wenige“, sagt er und weist dabei auf die allgemeine Parkraumnot in der Birkenriedstraße hin.
Und was sagt die Polizei? „Wir haben nur Ermittlungsansätze, wenn es Spuren gibt“, erklärt Polizeihauptkommissar Stephan Aschenbrenner, dessen Dienstgruppe den Fall bearbeitet. Aber zwecks DNA-Abgleichs fehlt es sowohl an Fuß- wie auch Fingerspuren.
Aschenbrenner rät Wladar, eine Videoüberwachung zu installieren. „Das hilft oft, hält potentielle Täter von ihrem Vorhaben ab“, sagt er. Zugleich appelliert er an die Bevölkerung, in der Birkenriedstraße wachsam zu sein, Verdächtiges zu melden. Auch die Polizei wird dort künftig noch präsenter sein. Schließlich muss jede vermeintlich unendliche Geschichte mal ein Ende haben.
spe
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