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Toter Tauchlehrer: Embolie im Herzen

Toter Tauchlehrer: Embolie im Herzen

Peiting/Berg - Der Peitinger Tauchlehrer Peter K. (42) starb an den Folgen einer Embolie im Herzen. Das hat eine Obduktion nach dem tödlichen Tauchunfall vom Sonntag im Starnberger See ergeben. Die Hintergründe:

© Jürgen Römmler

Bei einem Tauchunfall ist am Sonntag ein 42-jähriger Peitinger im Starnberger See gestorben.

Beklemmende Stille auf den Gängen in der Kaserne in Altenstadt. Die Flagge vor den Toren der LL/LTS: Sie flattert an diesem grauen Tag auf Halbmast im Wind. Sie haben einen Kameraden verloren, einen Freund, einen Vorgesetzten. Einen, auf den Verlass war. Nicht beim Kampfeinsatz in Afghanistan wo Peter K. im vergangenen Sommer drei Monate lang war. Ein Tauchunfall hat den beliebten Major (42) am Sonntagvormittag aus dem Leben gerissen.

An der Steilwand im Starnberger See bei Allmannshausen geht es bis zu 70 Metern in die Tiefe. Eine große Herausforderung – auch für erfahrene Taucher wie Peter K, ein absoluter Profi. Mit mehr als 2000 Tauchgängen – vor den Malediven, unter Eis in der Arktis. Warum Peter K. beim Auftauchen mit einem Schüler (29) am Sonntag plötzlich verschwunden ist, und wenig später tot an der Wasseroberfläche trieb: Das ist noch nicht geklärt.

Fest steht: Peter K. „ist durch zu schnelles Auftauchen gestorben“, so ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Das Obduktionsergebnis: Der 42-Jährige hatte die Dekompressionszeit nicht eingehalten, die beim Auftauchen aus einer solch enormen Tiefe so wichtig ist. „Er hatte ein Embolie im Herzen.“

Doch warum ist Peter K. zu schnell aufgetaucht? Die Todesursache lässt jedenfalls keinesfalls endgültige Schlüsse zu, wie es zu dem tödlichen Unfall kam. Darauf weist der Polizeisprecher hin. Hat ein Gerätedefekt den Peitinger zum schnellen Auftauchen gezwungen? Das soll jetzt eine Untersuchung der Tauchgeräte durch eine externe Firma ergeben, „und das kann bis zu vier Wochen dauern“.

Taucher stirbt bei Unfall im Starnberger See

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Vier lange Wochen, in denen sich viele fragen, wie das alles passieren konnte. Peter K. war beliebt in der Kaserne – und bekannt wie ein bunter Hund. Die Soldaten schätzten den Peitinger als Vorgesetzen, dem man vertrauen konnte. Peter K.: Major, Chef der ersten Inspektion, vormals Chef der zweiten Inspektion, wo es auch darum geht, beim Fallschirmspringen die Sicherheitsregularien zu vermitteln.

Im vergangenen Sommer war Peter K. im Auslandseinsatz in Afghanistan. Jeden Tag lauert die Gefahr dort jede Minute an jeder Ecke. Nach drei Monaten kam er zurück. Ohne einen Kratzer.

„Er war risikobereit, aber sehr vorsichtig, genau und korrekt.“ So beschreibt Oberstleutnant Heinz Hangs den Kollegen, der so plötzlich aus seinem Umfeld und dem Leben als Familienmitglied, Partner, Soldat, als Tauchlehrer, als Freund gerissen worden ist. Auch als exzellenter Freifallspringer ist Peter K. in Altenstadt bekannt – ein Mann der das Abenteuer sucht, aber niemals über seine Grenzen geht.

Auch an diesem Sonntag wollte Peter K. diese Grenzen nicht überschreiten. Informationen der Schongauer Nachrichten zufolge, soll er sich bereits am Freitag und Samstag auf den Tauchgang in die große Tiefe vorbereitet, und das dafür benötigte Sauerstoffgemisch in die Sauerstoffflaschen gefüllt haben.

Vielleicht hat der Tauchschüler, der Peter K. an diesem Vormittag begleitet hat, sein Leben eben dieser guten Vorbereitung zu verdanken. Ein Rettungstaucher konnte den 29-Jährigen aus der Tiefe befreien, gemeinsam mit ihm auftauchen. In 58 Metern Tiefe hatten sich Schüler und Lehrer zuletzt gesehen. Weil es in dieser Tiefe sehr dunkel ist, bemerkte der Tauchschüler zunächst nicht, dass sein Lehrer plötzlich verschwunden war - er erfuhr es erst an der Wasseroberfläche von der Polizei. 

Niemals hätte Peter K. seinen Schüler alleine gelassen. In der Kaserne in Altenstadt war er nicht nur beliebt, er wird auch als „guter Kamerad“ beschrieben. Peter K. – für Freunde „Pit“ – war für andere Menschen da. Auch für solche, die er gar nicht kannte. Im Schongauer Freizeitbad Plantsch – auch dort ist seine Tauchwerbung von Trauerflor umhüllt – bot er nicht nur Schnuppertauchen an. Peter K. sorgte beim Aqua-Kino in Tauchausrüstung unter Wasser dafür, dass keinem der Kinder etwas zustößt. Ehrenamtlich versteht sich. Einfach so. Um zu helfen. Für Peter K. selbst kam jede Hilfe zu spät.

„Genießen Sie eine bisher unbekannte Freiheit und Schwerelosigkeit. Erleben Sie neue Abenteuer. Freuen Sie sich auf eine neue Herausforderung und tauchen Sie ein in eine neue Welt.“ So heißt es auf der Internetseite von Peter K. So heißt es auf der Internetseite von Peter K. Seine Familie, seine Freunde und seine Kameraden werden ihren „Pit“ sicher nie vergessen – seine große Leidenschaft, das Tauchen, auf der Suche nach neuen Abenteuern, bezahlte er mit seinem Leben.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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