Penzberg - Nach den umstrittenen Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich zum Islam hat der Penzberger Imam Benjamin Idriz eine klare Aussage von dem CSU-Politiker gefordert.

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Imam Benjamin Idriz
“Der Minister muss die Frage beantworten, ob für ihn der Islam aktuell zu Deutschland gehört“, sagte Idriz am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Bislang habe Friedrich nur gesagt, dass der Islam historisch gesehen nicht zu Deutschland gehört. Und damit habe er Recht. Es sei wichtig, welche Botschaften Friedrich jetzt aussendet: “Der Minister muss ganz klare Signale geben, dass nicht nur die Muslime als Menschen zu Deutschland gehören, sondern auch ihr Glaube. Sonst wäre das paradox.“
Benjamin Idriz betonte: “170 Moscheen mit Minaretten und Kuppeln, mehr als 2500 Moschee-Gemeinden und ungefähr fünf Millionen Muslime in Deutschland zeigen, dass der Islam heute zu Deutschland gehört.“ In einem Interview habe Friedrich vor einigen Jahren deutlich gesagt, dass er einen Islam “in europäischem Kontext“ wolle.
Der aus Mazedonien stammende Idriz lud den Minister in die Penzberger Gemeinde rund 50 Kilometer südlich von München ein. “Ich will ihm zeigen, dass die Moschee in Penzberg eine typisch deutsche Moschee ist und ein klares Zeichen, dass der Islam heute sehr wohl zu Deutschland gehört.“
Der Imam gratulierte Friedrich ausdrücklich zu seiner Ernennung als Innenminister. “Ich weiß freilich, dass ich damit nicht der aktuellen Stimmungslage der wohl meisten Muslime in Deutschland folge“, schrieb Idriz in einem Brief an den Minister. “Ich bin aber der Meinung, dass mehr oder weniger geglückte Einzelformulierungen zu Fragen, die man ja aus unterschiedlicher Perspektive unterschiedlich bewerten kann, weniger hoch angesetzt werden sollten.“ Idriz ist zuversichtlich, dass Friedrich seine Arbeit gut machen werde: “Ich glaube, dass er ein vernünftiger Politiker ist.“
Bei dem Besuch in Penzberg wolle er Friedrich auch nochmals seine Ideen ans Herz legen, wie die Integration der Muslime verbessert werden kann: Eine islamische Religionsgemeinschaft mit Sitz in Berlin als Ansprechpartner für Muslime und die deutsche Gesellschaft, islamischer Religionsunterricht sowie “ein ernsthafter Dialog und keine Ausgrenzung“. “Muslimische Gemeinden, die das Grundgesetz bejahen, dürfen nicht diffamiert werden“, sagte Idriz. “Wir wollen eng mit den Behörden kooperieren, um einen Islam mit deutschem Gesicht zu gestalten.“
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