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Gesundheitszentrum bereitet Bauchschmerzen

Gesundheitszentrum bereitet Bauchschmerzen

Petershausen - Zum „schwarzen Freitag" hatte die Petershausener CSU zusammen mit Landtagsabgeordnetem Bernhard Seidenath und Bürgermeister Günter Fuchs gebeten.

Beim „schwarzen Freitag“ im Gespräch: Gemeinderat Gerhard Weber, Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath, Bürgermeister Günter Fuchs mit Ehefrau Melanie sowie die Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Anneliese Kowatsch. foto: rds

Beim „schwarzen Freitag“ im Gespräch: Gemeinderat Gerhard Weber, Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath, Bürgermeister Günter Fuchs mit Ehefrau Melanie sowie die Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Anneliese Kowatsch. foto: rds

Wer staatstragende Reden erwartet hatte, musste feststellen, dass es hier um persönliche Gespräche in Stammtischatmosphäre ging - zum Beispiel rund um das geplante Gesundheitszentrum.

Gemeinderat Gerhard Weber fragte Nicht-CSU-Mitglied und Bauunternehmer Georg Schneider, ob er sein Gesundheitszentrum am alten Ziegeleigelände nördlich der Bahnlinie nicht auch etwas kleiner bauen würde. Bekanntlich unterstützen Freie Wähler und SPD die Pläne von Georg Schneider und dessen Schwiegersohn, Allgemeinmediziner Dr. Peter Stein, für ein solches Zentrum. Geplant ist eine neue Praxis für Dr. Stein im Erdgeschoss sowie Apotheke, Café, Praxen für Hebammen, Physiotherapeuten und einen Zahnarzt, Konsultationsräume für Fachärzte aus der Umgebung und behindertengerechte Wohnungen.

Aber die CSU hat Bauchschmerzen. Gemeinderätin Kerstin Götz erläuterte die Hintergründe: „Wir sind im großen Umkreis die einzige Gemeinde mit einem funktionierenden Ortszentrum in der Bahnhofstraße. Das sollten wir nicht aufgeben.“ Auch Bürgermeister Fuchs meinte: „Das Gebäude gefällt mir, aber der Standort ist falsch.“ Neben Dr. Stein hat, wie zu hören war, auch der Edeka-Markt Neubaugelüste auf der grünen Wiese. Beiden fehlen am alten ortszentralen Standort die Parkplätze und Erweiterungsmöglichkeiten. Aber FU-Ortsvorsitzende Renate Schonka erklärte: „Ältere Leute mit Rollator brauchen den Arzt einfach im Zentrum.“ Was laut Georg Schneider für seinen Standort spricht: „Das Gelände hat gar keine Schadstoffe. Da gab’s nur Lehm, und der wurde zu Ziegeln gebrannt. Der Rest war ein Stapelplatz. Es gab keine Chemie, da kann nichts sein.“ Als Gegenargument wurde eventuell auf den Boden tropfendes Öl aus Maschinen vorgebracht.

Neben dem heiß diskutierten Gesundheitszentrum ging es auch um andere Themen. Renate Schonka ärgerte sich über das oft in der Bahnhofsunterführung stehende Wasser. Da müsse man schon die Hosenbeine hochkrempeln, um nicht nasse Hosen zu bekommen. Außerdem fehle eine zentrale Anzeige, auf welchem Gleis welcher Zug oder welche S-Bahn als nächstes fahre. Es sei ein Unding, erst auf den Bahnsteig rennen zu müssen, um das festzustellen. Bernhard Seidenath beruhigte in dieser Frage die Gemüter: Bürgermeister Fuchs habe versprochen, in dieser Frage die Bahn anzuschreiben.

Ärger laut wurde in der Runde auch über die „gelenkte Presse“ in der Wulf-Frage. Denn über ähnliche Verfehlungen von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und Grünen-Sprecher Cem Özdemir schweige die Presse. Stein des Anstoßes waren die Landesbank-Schuldenlast von zehn Milliarden Euro, der Länderfinanzausgleich und die Verwendung der eine Milliarde Euro Steuermehreinnahmen des vergangenen Jahres. Zu diesen Themen nahm Seidenath Stellung.

rds

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