Petershausen - Seit Monaten bewegt ein Thema in Petershausen die Gemüter: Soll ins Ortszentrum ein Gesundheitszentrum kommen oder nicht? Als das Thema am Donnerstagabend im Bauausschuss auf den Tisch kam, hörte fast der halbe Ort zu.

Wo soll es hin und was soll rein? Geht es nach Dr. Peter Stein, kommt das Ärztehaus an die Ziegeleistraße (siehe Grafik, schwarzer Pfeil) Günter Fuchs sähe es lieber in der Innenstadt. Auch eine Apotheke hatte Platz in Steins Vorschlag (rechts). Foto: st
Sämtliche Sitz - und Stehplätze im Sitzungssaal waren belegt. Auch Gemeinderatsmitglieder mischten sich unter die Zuhörer.
Denn das Thema ist brisant: Die Familien Stein und Schneider stellten ihre Planungsidee für ein Gesundheitszentrums/Ärztehauses in Petershausen vor.
Bereits im Vorfeld hatte es Kontroversen zu diesem Thema gegeben. Die CSU hat mit ihrem Vorsitzenden Robert Götz, gleichzeitig Vorsitzender des Gewerbevereins, im Vorfeld via Email eine Stellungnahme an alle Gemeinderatsmitglieder versandt. Darin steht: Es gibt schon einen anderen Investor. Der soll bereits mit Planungen für ein Ärztehaus in der Innenstadt begonnen haben. Und diese Lage bevorzugt die CSU - um die Innenstadt, die aus Bahnhof, Münchner, Indersdorfer und Jetzendorfer Straße besteht, zu stärken.
Bürgermeister Günter Fuchs (CSU) schob gleich eine E-Mail an alle Gemeinderatsmitglieder nach: Er verwob darin die Erklärungen zu den Themen Edeka und Ärztezentrum zu einer Gesamt-Planung. Und stelle Fritz Huber von der Firma C.A. Consulting GmbH bereits als Käufer des Bahnhofsgebäudes bekannt, als Konzeptersteller vor.
Gleichzeitig sollen in dem Komplex Wohnungen für betreutes Wohnen und Parkplätze inklusive Tiefgarage entstehen. Stein begründete: „70 Prozent der Patienten kommen mit dem Fahrzeug und die Innenstadt ist bereits sehr stark frequentiert und sonst würde dann auch durch den Notarzt blockiert.“ Die Parkplätze seien nötig, da nicht alle Menschen eine Tiefgarage annehmen und der Notarzt ja auch eine Anfahrt benötigt.
Zusätzlich könnte bei Bedarf ein Café und eine Apotheke in die Planung integriert werden. Ebenso wie ein Multifunktionsraum in dem verschiedene Veranstaltungen der Ärzte oder Hebammen stattfinden könnten. Für den gesamten Komplex sei ein barrierefreier Zugang geplant, der ansonsten in Petershausen kaum gegeben sei.
Auch wenn nicht alle Ratsmitglieder für das geplante Zentrum sind, die Zuhörer waren es auf alle Fälle: Für die Planungen gab es reichlich Applaus im Sitzungssaal. Zudem konnte der C.A. Consulting-Beauftragten nicht überzeugen: Als Andrea Stang (FW) wissen wollte woher er wisse, dass der Neukauf-Grund der Sparkasse gehöre, versickerte die Antwort des Experten im Nirwana.
Nach heftigen, Diskussionen sagte Elisabeth Kraus (FW): „Petershausen geht nicht unter und muss nicht wie ein Biotop geschützt werden. Petershausen findet nicht nur am Petrichplatz statt. Dieses Konzept ist keinesfalls zum Schaden von Petershausen“. Gabriel Fehrenbach (SPD) meinte dazu, dass die CSU wohl ein Problem mit der Informationsweitergabe hätte.
Robert Götz, Weber Gerhard und Günter Fuchs (CSU) hingegen verteidigten ihre Innerortsplanung. Nach den Plädoyers der einzelnen Teilnehmer der Diskussion wurde das Konzept mit der Empfehlung der Mehrheit des Bauausschusses an den Gemeinderat weitergereicht.
Das Thema landet am Donnerstag, 15. Dezember, ab 19.30 Uhr im dem Gemeinderat. Auch bei der Fortsetzung sind wieder heftige Diskussionen zu erwarten. Hoffentlich gibt es diesmal genug Platz im Sitzungssaal für alle Interessierten - die Sitzplätze sind sicher schnell besetzt. st
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