Pliening - Die Betreibergesellschaft der Biomethananlage Pliening hat Insolvenz angemeldet. Während der Insolvenzverwalter auf der Suche nach einem neuen Investor ist, läuft der Betrieb weiter.

Da war die Biogas-Welt noch in Ordnung: Am 14. Mai öffneten die damaligen Minister Josef Miller, Michael Glos und Werner Schnappauf (v.l.) den Gashahn in der Biomethananlage Pliening. foto: dziemballa
Es war ein in der Gemeinde Pliening noch nie dagewesener Auflauf an politischer Prominenz, an jenem 14. Mai 2007. An diesem Tag eröffnete der damalige Bundeswirtschaftsminister Michael Glos zusammen mit den bayerischen Ex-Ministern Werner Schnappauf (Umwelt) und Josef Miller (Landwirtschaft) die größte Biomethananlage im Freistaat. Die steht am nördlichen Rand von Pliening - vom großen Glanz ist schon lange keine Rede mehr. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Gerüchte um die Existenz der Anlage, nun wurde bekannt: Die Betreibergesellschaft hat Insolvenz angemeldet.
Die Biogas-Fondsgesellschaft Cash Cow III betreibt drei Biomethananlagen in Deutschland. Eine davon ist jene in Pliening, in der vier Angestellte tätig sind. Deren Beschäftigung sei derzeit ebenso wenig gefährdet wie der Betrieb der Anlage, sagt Betriebsleiter Rudi Huber auf Anfrage unserer Zeitung. "Es wird nach einem neuen Investor gesucht", sagt Huber in ruhigem Ton. Ein Insolvenzverwalter sei bestellt.
Die Anlage wurde seinerzeit von der Aufwind Schmack GmbH aus der Oberpfalz geplant und finanziert und ist auf 20 Jahre ausgelegt. Das Investitionsvolumen betrug 9,8 Millionen Euro. Die Schmack GmbH ist in die Anlage schon lange nicht mehr involviert, den Betrieb übernommen hat die Fondsgesellschaft Cash Cow III (Sitz: Regensburg).
Das in Pliening produzierte Biogas wird in das Netz der Stadtwerke München eingespeist. Darüber hinaus besteht ein langfristiger Vertrag mit dem Energieunternehmen E.on; dessen Blockheizkraftwerk in Poing wird aus dem Gasversorgungsnetz mit dem regenerativ erzeugten Kraftstoff aus Pliening beliefert. Ob von den Stadtwerken München oder von E.on Interesse besteht, die Biomethananlage zu übernehmen, wollten Sprecher beider Unternehmen auf Nachfrage unserer Zeitung am Dienstag nicht kommentieren.
von Armin Rösl
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