Poing - Als die Poinger Tafel vor zehn Jahren zum ersten Mal ihre Pforten öffnete, kamen eine Handvoll Besucher. Heute holen sich rund 45 Stammkunden jede Woche Lebensmittel. Am Mittwoch hat die Einrichtung 10. Geburtstag gefeiert.

Beten und Geben: Nach dem gemeinsamen Gottesdienst (Foto oben) verteilen die Mitglieder des Kuratoriums von „Poinger helfen Poingern“, gemeinsam mit den ehrenamtlichen Tafel-Helfern Lebensmittel an Bedürftige. foto: dziemballa
Dass dieser Mittwoch kein gewöhnlicher Tafel-Tag ist, bekommen die Kunden gleich zu Beginn zu spüren. Um 10 Uhr öffnet sich nicht, wie üblich, die Tür zum Mehrzweckraum im evangelischen Gemeindezentrum in Poing-Nord zur Lebensmittelausgabe, sondern die Tür zur Christuskirche. Dort, im Altarraum, heißen die beiden Pfarrer Michael Simonsen (evangelisch) und Michael Holzner (katholisch) die Tafelgänger und die ehrenamtlichen Helfer der Poinger Tafel zum ökumenischen Gottesdienst willkommen.
"Es ist schön, dass alle an einem Strang ziehen für eine gute Sache wie die Tafel", lobt Simonsen die Helfer, und besonders Christine Bloch, die die Einrichtung vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat und seitdem führt. "Ihr, liebe Tafel-Mitarbeiter, seid Engel", ruft Pfarrer Simonsen ihnen zu.
Bloch selbst gibt das Lob weiter an die Spender der Lebensmittel - die örtlichen Bäckereien, Metzger, Einzelhändler und Supermärkte. Und natürlich an die Tafel-Mitarbeiter, die sich Woche für Woche ein paar Stunden Zeit nehmen, um den bedürftigen Poingern Lebensmittel auszugeben. Von der ersten Stunde an dabei sind Brigitte Pankratz, Sieglinde Pehl und Charlotte Müller, die von Christine Bloch ebenso mit einem Blumenstrauß bedacht werden wie Peter Becherer, ebenfalls unermüdlicher und langjähriger Helfer der Tafel.
Nach einem gemeinsamen Gebet endet der Gottesdienst, danach gehen die rund 50 Besucher in den Raum gegenüber, in dem die Lebensmittel ausgegeben werden. Den ehrenamtlichen Helfern stehen am zehnten Geburtstag der Tafel die Mitglieder des Kuratoriums von "Poinger helfen Poingern" zur Seite. Pfarrer Michael Simonsen verteilt Gemüse, Pfarrer Michael Holzner Obst. Der Journalist Armin Rösl händigt Brot, Semmeln und Brezen an die Bedürftigen aus, und am Ende der Runde steht Bürgermeister Albert Hingerl. Er gibt jedem Tafelgänger ein frisches halbes Hendl mit Kartoffelsalat mit. Auch an dieser nicht alltäglichen Gabe merken die Tafel-Gänger, dass dieser Mittwoch ein besonderer Tag ist.
von Armin Rösl
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