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Zu schnell im Zauberwinkel

Poing - Die Gemeinde Poing will im Neubaugebiet Zauberwinkel einige Straßen als verkehrsberuhigte Zonen ausweisen. Das allerdings ist nicht so einfach, sagen die Straßenbauer.

Einladend: Die breiten und schnurgeraden Straßen im Zauberwinkel verführen dazu, aufs Gas zu drücken. Hinweisschilder hin oder her. foto: rm

Einladend: Die breiten und schnurgeraden Straßen im Zauberwinkel verführen dazu, aufs Gas zu drücken. Hinweisschilder hin oder her. foto: rm

Die Hauptstraßen im Neubaugebiet Zauberwinkel sind schnurgerade, breit und in 90 Grad-Winkel angelegt. Geradezu einladend für Autofahrer, aufs Gas zu drücken. So kommt es immer wieder, besonders abends, vor, dass Autos durchs Wohngebiet rauschen, obwohl seit wenigen Tagen an den beiden Einfahrtsstraßen (Gebrüder-Grimm- und Wilhelm-Hauff-Straße) Tempo 30-Schilder stehen.

In einer Informationsveranstaltung für die Bewohner des Zauberwinkels hatten einige über die Gefahr durch zu schnell fahrende Autos geklagt und bei Bürgermeister Albert Hingerl nachgefragt, ob denn die Straßen nicht zu verkehrsberuhigten Zonen, sprich Spielstraßen mit Schritttempo als Höchstgeschwindigkeit, umgestaltet werden könnten.

Das will die Gemeinde nun zumindest in den Straßen im südlichen Bereich des Zauberwinkels umsetzen. "Die Gemeinde beabsichtigt, im Interesse der dort lebenden Familien mit Kindern, diese Straßen als verkehrsberuhigte Bereiche auszuweisen", hat Hingerl nun auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Die von Norden nach Süden führende Gebrüder-Grimm- und Wilhelm-Hauff-Straße bleiben Tempo 30-Zonen.

Wie die anderen Straßen als verkehrsberuhigt gestaltet werden können, darüber soll sich die ARGE Poing am Bergfeld Gedanken machen. Die ARGE ist der Zusammenschluss von acht Immobiliengesellschaften und der Gemeinde Poing, die die Baugebiete im Norden der Gemeinde erschließt. Deren Verantwortliche sehen die Sache nicht ganz so einfach. Im Vorfeld der jüngsten Gemeinderatssitzung diskutierte ARGE-Sprecher Helmut Sloim mit Vertretern des Straßenbaus und der für den Zauberwinkel verantwortlichen Planerin Mechthild Siedenburg über das Thema. Tenor: Weil die Straßen von Beginn an in diesem Bereich sehr breit und schnurgerade sind (beispielsweise die Michael-Ende-Straße), sei es fast unmöglich, sie in einen verkehrsberuhigten Bereich umzuwandeln.

Laut Bürgermeister Albert Hingerl seien die Straßen im Süden des Zauberwinkels derart konzipiert worden, dass sie sowohl als Tempo 30-Zonen, als auch als verkehrsberuhigte Bereiche ausgewiesen werden können.

Die Straßenbauer sehen das allerdings nicht so einfach, wie sich in der Diskussion herausstellte. Eines sei auf jeden Fall klar: Die Umgestaltung der Straßen (zum Beispiel mit zusätzlichen Pflasterflächen oder Pflanztrögen) werde aufwändig und teuer. "Darüber hätte man sich vor drei Jahren Gedanken machen sollen, in der Planungsphase, und nicht erst jetzt", sagt ARGE-Sprecher Helmut Sloim.

von Armin Rösl

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