Poing - Was einmal ein Treffpunkt fürs Viertel sein sollte, liegt seit Jahren brach: Der Platz an der Ecke Gladiolen-/Margeritenstraße in Poing-Nord. Die Anwohner wollen eine Verschönerung, die Gemeinde ist zögerlich.

Tristesse pur: Der Brunnen (blau eingekreist) ist stillgelegt, der Kiosk leer. Foto: rm
In der Theorie hatten es sich die Planer so schön vorgestellt: Als vor rund 20 Jahren die Wohnquartiere W1 und W2 am Bergfeld gebaut wurden, ist an der Ecke Gladiolen-/Margeritenstraße ein öffentlicher Platz entstanden. Ein Treffpunkt sollte es sein für die Bewohner im "Blumenviertel". Die Bauträger hatten hierfür eigens den renommierten Künstler Albert Hien engagiert, Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Der hatte einen futuristisch anmutenden kleinen Brunnen sowie ein Kioskgebäude entworfen. Beides darbt seit Jahren vor sich hin. Der Kiosk ist geschlossen (einen Pächter findet die Gemeinde nicht), der Brunnen ist stillgelegt und mit einem Holzdach versehen. Die Oberfläche des Platzes, unter dem sich eine Tiefgarage befindet, ist eine trostlose Sand- und Kiesfläche.
Anwohner haben sich nun an Albert Hingerl (SPD) gewandt mit der Bitte, die Fläche aufzuhübschen. Diese Bitte hat der Bürgermeister an den Bauausschuss weitergetragen, dessen Mitglieder in der jüngsten Sitzung über Sinn und Zweck des Platzes diskutierten.
Zweiter Bürgermeister Franz Langlechner (CSU) sprach sich dagegen aus. "Das ist ein Luxusproblem", merkte er an und verwies auf weitere derartige Plätze in den Wohnquartieren W1 und W2. Würde die Gemeinde für die Umgestaltung an der Ecke Gladiolen-/Margeritenstraße Geld in die Hand nehmen, würden andere Anwohner das gleiche fordern. Wenn schon einen Platz umgestalten, dann bitteschön den Rathausplatz, sagte Langlechner abschließend.
Die Entscheidung, ob und wie der Platz umgestaltet wird, hat der Bauausschuss vertagt. Zunächst soll eine Umfrage unter den angrenzenden Wohnungseigentümern abgewartet werden, ob sie sich finanziell an der Maßnahme beteiligen würden. Mit einem Ergebnis wird Ende Februar gerechnet.
Das Konzept eines kleinen Mittelzentrums für die Wohngebiete W1 und W2 ist komplett in die Hose gegangen. Nicht nur der Kiosk steht leer, auch in dem benachbarten Haus an der Margeritenstraße gibt es - bis auf eine Bäckereifiliale - kein Gewerbe mehr.
von Armin Rösl
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