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Laut richterlicher Begründung gehören Bonbon-Geschosse eben zum Faschingsumzug und die Zuschauer müssen sich entsprechend darauf einrichten.

Kurioses Faschings-Urteil

Bonbon-Treffer sind kein Grund zur Klage

München - Kurioses Urteil: Fliegende Süßigkeiten gehören zum Fasching. Wer von einem getroffen wird ist selber schuld. Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld besteht nicht.

Süßes ist schlecht für die Zähne: Diese Binsenweisheit gilt ganz besonders im Fasching. Dann nämlich, wenn ein Schneidezahn herumfliegenden Süßigkeiten zum Opfer fällt. So geschehen bei einem Faschingsumzug, bei dem wie üblich kostümierte Werfer kostenlose Leckereien unter das begeisterte Volk bringen. Bei einem der fleißigen Süßigkeitenjäger fand ein solches Bonbon leider nicht den Weg in den mitgebrachten Sammelbeutel, sondern traf besagten Schneidezahn des Unglücklichen und machte diesem den Garaus.

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Nicht nur des fehldenen Zahnes wegen war das Geschrei anschließend groß. Nach Angaben von Experten der ARAG-Versicherung bestand im konkreten Fall nämlich kein Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, da den Veranstalter kein Verschulden traf. Laut richterlicher Begründung gehören Bonbon-Geschosse eben zum Faschingsumzug und die Zuschauer müssen sich entsprechend darauf einrichten (LG Trier, AZ: 1 S 150/94).

Dies entschied kürzlich auch das Amtsgericht Köln (AG Köln, Az.: 123 C 254/10) im Fall einer Dame, die von einem Schokoladenriegel am Auge getroffen wurde. Die Geschädigte wähnte die Verkehrssicherungspflicht außer Acht gelassen und forderte 1.500 Euro Schmerzensgeld. Schließlich sei das Werfen von Schokoriegeln nicht sozial üblich und rücksichtslos, so die Dame. Dieser Argumentation konnte das Kölner Gericht naturgemäß nicht folgen.

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pm/fro

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