TV-Reporter Willi Weitzel überfallen

- Schläger hielten ihn für einen Obdachlosen

VON WOLFGANG HAUSKRECHT Unbekannte Schläger haben am Donnerstagabend den Moderator der vom Bayerischen Rundfunk produzierten Kindersendung "Willi will`s wissen" überfallen. Willi Weitzel übernachtete für eine neue Folge bei Obdachlosen am Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten unweit des Parkcafés. Im Schlaf schlug ihm jemand einen harten Gegenstand auf den Kopf. Der 30-Jährige musste mit fünf Stichen genäht werden. Die Täter sind flüchtig.

Wenn Willi Weitzel am Wochenende auf ARD und dem Kinderkanal über den Bildschirm flimmert, kleben die Kinder am Fernsehsessel. Willi assistiert bei Zebra-Operationen, erklärt, wie Autos gebaut werden, trifft sich mit Olli Kahn oder blickt Mönchen in ihrer Hostien-Bäckerei über die Schulter. Willi will immer alles wissen. Das kommt beim Nachwuchs gut an. In einer neuen Folge wollte er sich mit dem Thema Obdachlosigkeit auseinander setzen. Über Streetworker bekam er Kontakt zu fünf Obdachlosen. Am Donnerstag traf man sich. "Wir haben uns unterhalten und gemeinsam gekocht. Ich bin sehr freundschaftlich aufgenommen worden", erzählt der 30-Jährige. Und weil die Sendung auf Selbsterfahrung aufbaut, gehörte auch eine Nacht im Freien dazu.

Gegen 22 Uhr verabschiedete sich das Kamerateam, eine Stunde später mummelte sich der Reporter unter dem Neptunbrunnen in zwei Schlafsäcke ein, die Obdachlosen nahmen ihn zur Sicherheit in ihre Mitte. Vergeblich. Um 1.30 Uhr riss ihn ein tiefer Schmerz aus dem Schlaf. Willi Weitzel schreckte hoch, Blut tropfte von der Stirn. "Ich hab` mich umgeschaut und zwei Männer weggehen sehen", erzählt er. Vermutlich die Täter.

Die Polizei glaubt, dass der Angriff einem Obdachlosen galt und den Redakteur nur zufällig traf. "Ich bin entsetzt. Es war eine Attacke auf einen Menschen, der offensichtlich nichts hat", sagt Weitzel. Die Sendung über Obdachlose soll trotz des Überfalls am Sonntag, 21. Dezember, um 8 Uhr auf dem Kinderkanal ausgestrahlt werden. "Wir gehen damit offensiv um und werden das auch zum Thema machen." Die Kinder dürften ihrem Willi trotz Narbe auf der Stirn treu bleiben. "Ich bin letztlich froh, dass es nicht meine Zähne oder die Nase getroffen hat", sagt er. "Mein Gesicht ist mein Kapital."

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