Die Diatoniks sorgen im Kuhstall in Schwabbruck für Stimmung

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    • 26.09.13
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Die Diatoniks sorgen im Kuhstall in Schwabbruck für Stimmung

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Schwabbruck - „Wir haben extra eine Tanzfläche freigelassen“, meinte Otto Göttler zu Beginn. Pech nur, dass im Publikum an die 50 Tanzmuffel saßen. So blieb die Tanzfläche beim Diatoniks-Konzert im Kuhstall den ganzen Abend frei.

Die Diatoniks auf der Bühne im Kuhstall. Von links: Gustav Adam (Schlagzeug), Sybille Engels (Bass), Otto Göttler ( Akkordeon) und Thomas Jankovic (Gitarre). Foto: uf

Die Diatoniks auf der Bühne im Kuhstall. Von links: Gustav Adam (Schlagzeug), Sybille Engels (Bass), Otto Göttler ( Akkordeon) und Thomas Jankovic (Gitarre). Foto: uf

Die gute Laune hatte zum Glück aber keiner zu Hause gelassen, so dass Göttler mit seinen humorvollen Ansagen beifälliges Gelächter erntete.

Otto Göttler und seine Diatoniks haben sich ganz der „elektrischen Volksmusik“ verschrieben und legten frei nach dem Motto „Manchmal muss es richtig krachen“ gleich zu Beginn einen fetzigen Elektro-Landler aufs Parkett. Musikalisch bodenständig, bewegte sich das Programm zwischen Polka und Blues und das zum Teil mit enormem Drive. „Wir haben in den Anfangsjahren auch öfter im Kuhstall gespielt. Meistens waren die Kühe erst 14 Tag draußen. Heute ist alles so edel und vornehm“, witzelte Göttler über die Location, nämlich den Kuhstall beim Schäferwirt.

„Mensch, des liegt gar ned schlecht“, habe er sich bei der Anfahrt nach Schwabbruck gedacht. Obwohl er, als die Straße immer schmäler wurde, schon Angst bekommen habe, dass er aus dem Dorf dann fünf Kilometer rückwärts wieder rausfahren müsse. So ganz kann Göttler seine „Bayrisch diatonischen Jodelwahnsinn-Wurzeln“ nicht verleugnen. Das eine oder andere Stück klingt doch bekannt, wie z.B. das von der Mackie-Alm am Irschenberg.

Nach bewährtem Muster präsentierte er gehaltvolle Texte, mal melancholisch, mal kritisch, mal pfiffig, mit schmissigen Rhythmen, die das Tanzbein zumindest zucken ließen. Egal ob bei der „Lodenfrei-Polka“, mit der er die verkleideten Trachtenkasperl auf der Wiesn auf die Schippe nahm, oder mit dem „Trambahn-Blues“ seiner Heimat Giasing, der Hauptstadt von München, ein Denkmal setzte. Inzwischen ist Göttler aufs Land gezogen, „weil die Mieten in München zu billig sind“, wie er den Mietenwahnsinn ironisch in Worte fasste.

Auch zur Landtagswahl hatte er Ironie parat: „Überall auf der Welt kracht’s, nur in Bayern bleibt alles gleich“. Nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses habe Dobrindt das erste Mal in seinem Leben „koan Schmarrn geredet, weil er nix mehr g’sagt hat“. Ebenfalls auf dem Programm standen ein Walzer, den er während eines Festivals in der Musikschule von Nowgorod „zwischen zwei prallen Blondinen“ gelernt hat, und eine Polka, wie sie zu Zeiten des „Räubers und Mörders Kneißl“ in Wuidererwirtschaften gespielt wurde. Oder der Karl Valentin-Blues, der zum Reggae geworden ist. Kurzum, für gute Stimmung war gesorgt, auch wenn diesmal die „Tanzfläche nicht sehr stark abgenutzt“ wurde, wie Göttler feststellen musste. Aber vielleicht kommen ja beim nächsten Mal ein paar Tänzer in den Kuhstall, um es zumindest beim Zwiefachen „Im greana Gras“, einem „Tanz für zwei Frauen und einen Mann“ so richtig krachen zu lassen.

uf

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