Schongau - Radfahrer oder Fußgänger stürzen auf spiegelglatter Straße. Besonders gefährlich ist das auch für Senioren. Doch gehen die dann gar nicht mehr vor die Tür?

Die Griffe ihres Rollators hält Christel Bauer fest umgriffen, vorsichtig setzt sie einen Fuß vor den anderen. Ein kleiner Test mit der Schuhspitze: „Ok, da kann ich locker ein paar Runden durch die Altstadt ziehen“, freut sich die 85-Jährige.
Die Kälte und die momentanen Straßenverhältnisse betreffen also nicht nur Autofahrer und Radfahrer, sondern vor allem auch die Senioren, die sowieso etwas zittrig auf den Beinen stehen.
Christel Bauer lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken, unter ihrem Motto „Augen zu und durch“ geht sie auch bei spiegelglatten Straßen ihre gewohnte Runde zum Friedhof in der Altstadt - obwohl die 85-Jährige dabei sogar schon einmal gestürzt ist. „Da ist mir einfach mein Rollator abgehauen, und ich natürlich mit“, erzählt sie, lässt sich davon aber nicht abschrecken. „Schließlich hab ich daraus nur gelernt.“ Will heißen: „Wenn ich bei solchen Straßen spazieren gehe, gebe ich der Heimleitung immer Bescheid“, erzählt die Bewohnerin des Heiliggeist-Spitals. Auch eine richtige Winterausrüstung hat sie sich für solche Tage zugelegt: ihre besonders rutschfesten Stiefel.
Doch nicht nur ihre täglichen Spaziergänge sind es, die Theresia Linder derzeit fehlen. Am meisten bedrückt sie, dass sie sich bei den glatten Straßen nicht mehr zum Gottesdienst in die Stadtpfarrkirche traut. Dort ist die 89-Jährige eigentlich jeden Sonntag anzutreffen, doch „so weit will ich aus Angst nicht gehen“, erzählt sie. Ein kleiner Trost sind die Messen im Altenheim, trotzdem hofft Linder, dass sie sich bald wieder in die Kirche trauen kann. Auf Rollator und gutes Schuhwerk will sie sich nämlich nicht verlassen.
Dass es aber auch für Radfahrer bei Glätte besonders gefährlich ist, kann zurzeit öfter beobachtet werden. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht, hat für solche Verhältnisse einige Tipps auf Lager. Besonders wichtig seien, so Bodewig, Reflektoren, so könnten sich Autofahrer bei glatten Straßen viel früher auf einen Radfahrer einstellen. „Die sind übrigens auch an den Handschuhen wichtig“, weiß Bodewig, „so werden Handzeichen besser gesehen“. Und noch ein echter Geheimtipp: Spikereifen. Im Gegensatz zu Autos sind die für Fahrräder erlaubt.
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