Schongau - Die Sicht: teilweise gleich null. Die Straßen: Vom böigen Wind mit Schnee zugedeckt. Der heftige Schneefall am gestrigen Mittwoch hat in der Region zu zum Teil chaotischen Straßenverhältnissen und zahlreichen Unfällen geführt.

Claudia Immisch sieht es pragmatisch: „Am besten bleibt man zuhause auf der Couch.“ Angesichts der Straßenverhältnisse am gestrigen Mittwoch riet die stellvertretende Dienststellenleiterin der Straßenmeisterei Landsberg/Peiting den Leuten, wenn möglich nicht ins Auto zu steigen. Dafür seien die Straßenverhältnisse einfach zu schwierig. „Wir sind mit allen acht Fahrzeugen rund um die Uhr im Einsatz“, erklärt sie.
Gegen die Scheeverwehungen, die überall auf freier Strecke aufgetreten sind, konnten aber auch die Fahrer der Räum- und Streufahrzeuge nichts tun. „Das ist nunmal die Natur“, so Immisch. Und so war es nur logisch, dass an Steigungen, in Kurven oder auch auf freien Strecke Autos und Lkw ins Rutschen kamen bzw. sich festfuhren.
Der in der Nacht einsetzende starke Schneefall hat am späten Dienstagabend „als erstes“ einen 21-jährigen Schongauer eiskalt erwischt. Laut Polizeiangaben war er gegen 23.15 Uhr auf der Kreisstraße WM 3 von Lechbruck Richtung Bernbeuren unterwegs. „Etwa 100 Meter vor Ried verlor er auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug, rutschte über die Gegenfahrbahn nach links in den Graben, wo sich der Wagen überschlug und auf dem Dach liegen blieb“, berichtet Schongaus Polizeichef Rudolf Fischer. Der Schongauer blieb bei dem Unfall unverletzt, an seinem Wagen entstand Sachschaden von rund 2000 Euro.
Gegen 7.15 kam der Verkehr auf der Strecke Wessobrunn - Rott nach meterhohen Scheeverwehungen gänzlich zum Erliegen. Erst nachdem der Winterdienst die Fahrbahn mehrmals vom Schnee befreit hatte, konnte der aufgestaute Verkehr wieder fließen. Auch zwischen Hohenpeißenberg und Peißenberg kam es zu Staus, weil ein Lkw in der „Hohenwarter Kurve“ aufgrund der Schneeglätte nicht mehr weiterkam.
Auf der B 17 Höhe „Römerkessel“ geriet ein Pkw-Fahrer ins Rutschen, drehte sich und kollidierte mit einem Lkw. Schaden: rund 4500 Euro. Gleich mit vier Fahrzeugen im Gegenverkehr ist auf der B 17 Höhe Seestall um 8.40 Uhr ein 58-jähriger Pkw-Fahrer aus dem Landkreis Weilheim-Schongau kollidiert, als sein Wagen in einer Kolonne ins Rutschen geriet. Hier betrug der Schaden rund 25 000 Euro.
Kurze Zeit später rutsche ein 7,5-Tonner auf der B 17 bei Epfach in den Straßengraben. Schaden: rund 3000 Euro. Zeitweilige Verkehrsbehinderungen gab es gegen 8 Uhr auf der B 17 bei Hohenfurch. Ein aus Richtung Schongau kommender Lkw-Fahrer geriet beim Runterbremsen im Gefälle am Ortseingang auf schneebedeckter Fahrbahn mit seinem Gefährt ins Rutschen und landete im Graben. Für rund eine Stunde war die B 17 gesperrt, bis der Lkw wieder flottgemacht war, der Verkehr wurde innerorts umgeleitet.
Im Tagesverlauf ereigneten sich in der ganzen Region zahlreiche weitere Verkehrsunfälle, unter anderem in Peiting und Steingaden. „Das waren aber fast alles Kleinunfälle ohne Verletzte“, erklärt Rudolf Fischer.
Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd wurden am Mittwoch über 20 Verkehrsunfälle mit, über 70 ohne Personenschaden registriert. Ähnlich sah es im Bereich Ostallgäu aus.
Jochen Schröder
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