Schongau - Angesichts der frostigen Temperaturen haben in den vergangenen Tagen Fahrzeuge reihenweise ihren Geist aufgegeben. Die Ursache: Leere Batterien oder versulzter Dieselkraftstoff.

„Es war noch nie so schlimm, dass so viele Dieselfahrzeuge liegengeblieben sind“, berichtet Robert Rieser aus Peiting, der seit vergangenem Samstag mindestens 25 Autos zu seiner Werkstatt abgeschleppt hat. Das gibt ihm zu denken. Rieser hat fast den Eindruck, dass die Mineralölkonzerne wegen des milden Winters, der bis vergangene Woche herrschte, bei den Additiven für den Dieselkraftstoff etwas gespart haben könnten. Denn normalerweise bleibt der Winterdiesel bei Temperaturen bis 22 Grad minus flüssig und versulzt nicht.
„Für Aral lege ich meine Hand ins Feuer, der Sprit ist in Ordnung“, beteuert Kurt Kehrer, Pächter der Aral-Tankstelle in Peiting, und versichert, dass Aral-Diesel Temperaturen von 22 Grad minus aushalte - „eher sogar noch mehr“. Wer allerdings sein Auto nachts im Freien an einem nicht windgeschützten Ort abstelle, der könnte eventuell Probleme bekommen, weil dann die Temperaturen noch wesentlich kälter seien.
Auch der 320-Mercedes Diesel von Ender Dasdemir hat gestern auf der Marktoberdorfer Straße in Schongau seinen Geist aufgegeben. „Ich wollte zur Schule. Der Wagen ist an der Abzweigung zum Forchet einfach stehen geblieben“, ärgerte sich Dasdemir. Der ADAC-Pannenservice musste ihm aus der Patsche helfen und seinen Wagen abschleppen.
Auf Höhe des Schulzentrums in Schongau musste ein Holzlaster aus Böbing gestern wegen Versulzung des Diesels ebenfalls eine „Zwangspause“ einlegen. Auch hier war der Abschleppdienst gefragt. Mit einem großen Bulldog rückten Manfred Kohler und sein Mechaniker Marcel Schüler („Wir sind seit in der Früh im Einsatz“) an und zogen den Holzlaster in die Werkstatt.
Auch beim Autohaus Heuberger in Bernbeuren herrschte am vergangenen Wochenende Hochbetrieb. „Allein am Samstag mussten acht Fahrzeuge abgeschleppt werden“, berichtete Serviceleiter Anton Niggl. In der warmen Werkstatt sind die Autos dann schnell „aufgetaut“, und der Diesel ist wieder flüssig geworden.
Es lag aber nicht immer nur am versulzten Diesel, wenn Fahrzeuge liegengeblieben sind. Oft waren auch leere Batterien schuld, dass die Motoren nicht mehr ansprangen. „Wenn man ein Auto ordnungemäß wartet und den Empfehlungen der Werkstätten folgt, dann kann man solche Pannen vermeiden“, sagt Rudolf Krebs, Werkstattleiter beim Autohaus Becher in Schongau.
Ladegeräte und Starthilfekabel waren in den vergangenen Tagen begehrte Artikel, ebenso das Diesel-Additiv, das eine Versulzung verhindert. „Das ist auch bei uns ausverkauft“, teilte gestern ein Mitarbeiter eines großen Baumarktes in Schongau mit.
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