Schongau/Altenstadt - Er ist von der Faschingszeit gar nicht weg zu denken: der Krapfen. Frisch, fluffig und süß schmeckt er uns am besten in der fünften Jahreszeit. Doch wie wird eigentlich ein Krapfen gemacht? Erfahrene Bäcker geben uns die Antwort.

Vanillepudding, Schokosahne, Nuss, Quark, Apfel, Hagebutte, Nougat, Eierlikör, Karamel, Johannisbeer-Himbeer, oder die klassische Variante Aprikose - wem läuft bei diesen Krapfenvariationen nicht das Wasser im Mund zusammen? Pünktlich zur Krapfenzeit laufen alle Bäckereien auf Hochtouren, um möglichst viele verschiedene Sorten mit guter Qualität anbieten zu können.
Die Bäckerei Bortel ist bei der Sortenvielfalt besonders kreativ: „Bei uns gibt‘s sogar acht verschiedene Krapfen in der Auslage“, so Carola Ahl, Bäckereifachverkäuferin. Dicht gefolgt von der Bäckerei Michl, die sechs Variationen vorzuweisen hat. Nicht soviel wert auf die Sortenvielfalt, dafür umso mehr auf den Geschmack, legt „Linder‘s Backstube“ in Altenstadt: „Meiner Erfahrung nach kommt der Klassiker mit Marmelade immer noch am besten an.“ Das ist auch bei der Bäckerei Enzensperger in Schongau-West der Fall. Hier werden außer der Marmeladenvariante noch Krapfen mit Vanille, Eierlikör und Schokolade angeboten.
Aber backen unsere Bäckereien rund um Schongau die Leckerei denn noch selbst? „Ja, selbstverständlich!“ klärt Monika Michl von der „Bäckerei Michl“ in Schongau auf. „Bei uns gehen täglich fast 300 selbstgemachte Krapfen über die Ladentheke.“ Ein bisschen weniger sind es bei der Bäckerei Bortel. Die absoluten Rekordhalter sind aber die Backstube von Georg Linder in Altenstadt und die Schongauer Bäckerei Enzensperger. Hier werden zur Faschingszeit pro Tag über 1000 Krapfen gebacken, verkauft oder an Faschingsveranstaltungen geliefert.
Eine weitere Maschine teilt nun diese Rohmasse und liefert dann die 50 Gramm schweren Teiglinge. So wird der kleine Teigklumpen, aus dem in wenigen Stunden ein Krapfen wird, von Fachleuten genannt. Der Teigling muss nun zwei bis drei Stunden ruhen, während er seine Größe verdoppelt. Nun darf er für acht Minuten in ein 180 Grad heißes Bad aus Fett und wird von jeder Seite schön braun gebacken. Wenn er das geschafft hat, bekommt er von Sandra Heiligensetzer, Bäckerin in Linder‘s Backstube, eine ordentliche Portion Marmeladenfüllung. „An der Füllung wird bei uns nicht gespart“, klärt sie auf. Mit der Puderzuckerbestäubung ist auch die „kosmetische Behandlung“ abgeschlossen und ein frisch duftender Krapfen ist fertig.
„Ein Faschingskrapfen ist einfach was besonderes“, findet Andreas Bortel von der gleichnamigen Bäckerei. Zusammen mit Apfelkrapfen, Kranz- oder Brezenkrapfen, Auszog‘ne oder denen mit Puddingcreme, wird der „Klassiker“ nun sorgfältig in der Auslage der Altenstadter Backstube plaziert. „Die Krapfenzeit beginnt bei uns eigentlich schon nach Heilig-drei-König und dauert immer, solang wie‘s kalt ist“, weiß Georg Linder und wird deshalb die Süßigkeit auch noch weit nach Aschermittwoch anbieten. Auch das Preisleistungsverhältnis stimmt bei ihm, findet Linder: „Wer sich die viele Arbeit macht und selbst backt, darf auch etwas dafür verlangen.“
Sehr beruhigend nach sämtlichen Lebensmittelskandalen ist, dass alle Bäckereien sehr viel wert auf Frische und Qualität legen. „Wir machen auch den Vanillepudding für die Füllung selbst“, so Enzensperger. „Wichtig ist uns außerdem die Verwendung von ungehärteten Fetten, denn die Verursachen Ablagerungen in den Gefäßen.“ ergänzt die Chefin. Für alle Schleckermäuler und Krapfenverrückte heißt es also: Der Krapfensause am Faschingswochenende steht nichts mehr im Weg.
Carolin Nuscheler
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