Schongau - In der Hans-Guggemos-Straße in Weilheim werden zum 1. April dieses Jahres 70 Asylbewerber aus dem Irak und Afghanistan einziehen.
Dort, wo bis 2005 die Ausländerbehörde untergebracht war, wird von der Regierung von Oberbayern eine Gemeinschaftsunterkunft eingerichtet.Für die Asylbewerber-Unterkunft in Schongau wird sich nichts ändern. In der ursprünglich auf 90 Bewohner angelegten Unterkunft sind derzeit nur 40 Menschen beheimatet. Und das, weil der Arbeitskreis Asyl eine Änderung im Hinblick auf die Belegungsdichte erwirkte, da die Asylbewerber bis dahin auf zu wenig Platz hausen mussten. In der Folge wurde die Zahl der Bewohner halbiert.
„Das war allerdings kein Problem, weil Schongau bei Asylbewerbern ohnehin nicht sonderlich beliebt ist“, erklärt dazu Helmut Estermann, Leiter der Ausländerbehörde am Landratsamt in Weilheim. „Die zieht es eher in die Großstadt, wo mehr Leben und die Chance, schneller eine Arbeit zu finden, größer ist.“ Hintergrund: nach einem Jahr Aufenthalt in Deutschland sind sie berechtigt, hierzulande eine Arbeit anzunehmen. Die 70 für Weiheim vorgesehenen Asylbewerber sollen indes nur der Anfang sein. Wie Helmut Estermann weiter mitteilt, ist mittelfristig geplant, in dem Gebäude zwischen 150 und 170 Asylbewerber unterzubringen. Dies werde nach und nach erfolgen.
Hintergrund dessen ist, dass die Zahl der in Oberbayern untergebrachten Asylbewerber in den vergangenen Jahren kontinuierlich angewachsen ist. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass der Anstieg im Jahr 2009 bei 45 Prozent, ein Jahr später bei noch mal 48 Prozent und im Jahr 2011 bei 19 Prozent lag.
Die Folge war, dass beispielsweise in der auf 500 Personen ausgelegten Erstaufnahmeeinrichtung in München zwischenzeitlich bis zu 730 Menschen untergebracht waren, weswegen diese kurzfristig sogar für neue Belegungen gesperrt werden musste.
Für die Verpflegung der Menschen ist unterdessen die Regierung von Oberbayern zuständig. Sie erfolgt mittels spezieller Lebensmittelpakete, wobei die Nahrung auf die speziellen Bedürfnisse (Stichwort: religiöser Hintergrund) der Menschen abgestimmt ist.
Bis die Iraker und Afghanen einziehen, gibt es allerdings noch einiges am Gebäude zu tun, wie der Leiter der Ausländerbehörde erklärt. Nachdem dies, das früher bereits zur Unterbringung von Awsylbewerbern genutzt wurde, einige Jahre leerstand und sich infolgedessen in ziemlich marodem Zustand befindet, soll es jetzt von Grund auf saniert werden.
Im Jahr 2007 waren dort die letzten Bewohner - Spätaussiedler aus Russland-Deutschland - ausgezogen. Die Asylbewerber, die früher dort untergebracht waren, hatten Weilheim schon Jahre vorher verlassen.
Landrat Friedrich Zeller ist bereits vor einiger Zeit von der Regierung informiert worden, dass dort dringend Kapazitäten benötigt werden. Der Landkreis-Chef ist aber davon überzeugt, „dass das alles ziemlich konfliktfrei über die Bühne gehen wird“, zumal es sich ja auch nicht um die ersten Asylbewerber in der Kreisstadt handele.
Im Übrigen werde so etwas in Deutschland immer „sehr professionell“ aufgezogen. Er glaubt zudem, „dass auch die Weilheimer professionell mit der neuen Situation umgehen werden“.
Stephan Penning
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