Hausbau in Peiting: Nachbarn gehen auf die Barrikaden

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    • 03.07.12
    • Peiting
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Mauer direkt vor der Terrasse

Nachbarn kämpfen gegen Neubau

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Peiting - Wenn Alfred Brennauer (40) aus dem Fenster schaut, blickt er auf eine Baugrube. Bald bleibt ihm nur die Sicht auf eine Hausmauer. Problem: Die Gemeinde hat das genehmigt.

© sak

„Wir sind dagegen“: Direkt vor der Terrasse im Garten des Doppelhauses soll ein weiteres Haus entstehen. Nachbar Alfred Brennauer (40) ist entsetzt und macht seinem Ärger mit Protest-Schildern Luft.

Es ist ein erschreckendes Bild: Genau vor einer Doppelhaushälfte in der Peitinger Wankstraße prangt eine Baugrube. Mit Transparenten tragen die Anwohner ringsum ihren Unmut zur Schau. Wie soll dort ein Doppelhaus reinpassen?, fragen sie sich. „Der Neubau wird bis zur Terrasse von der jetzigen Hausnummer 17 gehen. Es bleibt also nur noch die Aussicht in die Fenster der künftigen Nachbarn“, so Alfred Brennauer entrüstet.

Ein großes Protest-Schild seiner Mieter hat der verantwortliche Bauherr schon entfernt, weiß Josef Echtler (75). Doch die Nachbarn lassen nicht locker: Drei weitere haben die Brennauers am Zaun angebracht. Auch Echtler befürchtet, vom Garten aus bald nur noch auf eine triste Mauer zu blicken. Genauso geht es Renata Bergfeld. „Es ist nicht zu fassen, dass sowas erlaubt wird“, ärgert sie sich. Das Haus passe gut in die Siedlung, hat der Bauauschuss vor einiger Zeit beschlossen. Darum wurde das Projekt auch genehmigt. Alles rechtens, rechtlich kann dem Bauherren keiner ans Leder. Doch Bergfeld regt sich auf: „Es wäre wichtig, dass die Räte sich die Lage einfach mal vor Ort anschauen, bevor sie alles abnicken.“

Als Oase der Erholung schildern die Anwohner die Wank- und Alpenstraße bislang. Vor rund zwei Jahren ging schon einmal eine Unterschriftenliste herum. Die Nachbarn sollten unterzeichnen, wenn sie mit dem Neubau einverstanden sind. Doch unterschrieben hat damals niemand. So viele Häuser auf einem Fleck, das sei einfach unnatürlich und störe langfristig den sozialen Frieden. Ärger hat Bergfeld schon jetzt. Denn die Böschung an ihrer Grundstücksgrenze senke sich durch die Grube gefährlich ab. Nicht auszudenken, wenn das Erdreich einfach wegrutscht.

Vor gut zwei Wochen ging es los: Bagger rückten in der Wankstraße an und hoben den Krater aus. Drei Meter tief sollte die Grube werden. Und zwar von der ebenerdigen Oberkante der Kellerdecke aus gemessen. „Für uns ist das sehr wichtig, weil wir sonst gar keine Sonne mehr abkriegen“, so Echtler. Nachdem sein Sohn Martin den Meterstab angesetzt hatte, war klar: Die Grube ist rund 60 Zentimeter zu niedrig. Im Klartext: Das Haus wird höher, von der Sonne können die Echtlers nur noch träumen. Daraufhin habe Martin Echtler beim Landratsamt einen Baustopp erwirkt. Jetzt liegt die Grube still da - und zwar ungesichert. Schon ein Hund sei hineingefallen, erzählt Rita Brennauer (68). Und auch um die Schulkinder, die sich regelmäßig den Krater anschauen, habe sie Angst.

Am besten soll alles wieder so werden wie vorher. Da sind sich alle Bewohner einig. Darum haben sie auch ein Schriftstück aufgesetzt, in dem sie ihrem Unmut Luft machen. Rund 20 Nachbarn treten mit ihrer Unterschriften gegen den Neubau ein. Wie das bei der Gemeinde ankommt, wollen sie sich alle anhören. Am heutigen Dienstag um 18 Uhr wird der Antrag dem Bauausschuss vorgelegt. „Wir wissen, dass wir wahrscheinlich gegen Windmühlen kämpfen“, so Renata Bergfeld. Immerhin haben die Räte das Bauvorhaben schon einmal für gut befunden.

Die ganze Aufregung nicht verstehen kann der Bauherr. „Ich habe das Grundstück mitsamt Doppelhaus und Garten vor acht Jahren für rund 260 000 Euro gekauft. Und zwar, um einmal darauf zu bauen“, sagt er. Zwischenzeitlich habe er das Doppelhaus vermietet. Schon vor viereinhalb Jahren sei ein erster Bebauungsplan für den Garten genehmigt worden. Ein Zweifamilienhaus war geplant. Mittlerweile soll dort nun doch ein weiteres Doppelhaus entstehen.

Nach dem Baustopp vor knapp zwei Wochen liegt der zweite Bebauungsplan neben dem Schriftstück der Anwohner heute dem Peitinger Bauausschuss vor. Tiefer soll die Grube laut dem Bauherrn aber nicht werden. Die Höhe einsparen wolle er mit einer niedrigeren Kellerdecke. Der Bauherr ist guter Dinge: „Es geht nur noch um die Höhe. Die Anwohner können mir nicht vorschreiben, was ich mit meinem Grundstück mache.“ Wenn es nach ihm geht, sollen am Donnerstag die Arbeiten fortgesetzt werden.

Sabine Krolitzki

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Kommentare

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Campino04.07.2012, 10:29Antwort
(1)(0)

Aber Heutzutage muss ja auch jeder Dödel n Haus haben.Die Bank zahlts ja und genügend Leute stellen dann später fest das sich das ganze ja doch nicht so rechnet.Der verlorengegangene Wohnraum muss ja für die restliche Bevölkerung auch irgendwo herkommen.Weil reine Blocksiedlungen will dann ja auch wieder keiner.

Gast 404.07.2012, 06:51Antwort
(2)(0)

Hallo Peitinger, der Vergleich mit der Kirche hinkt leider, denn es handelt sich hier eben NICHT um ein ausgewiesenes Baugebiet.
Zu der Zeit, als die Siedlung hier bebaut wurde (vor 30-40 Jahren) hätte das damalige Baurecht die Bebauung eines Gartens, in dem eine Doppelhaushälfte steht, nie zugelassen.
Die Gesetze wurden massiv gelockert seitdem, aber die Menschen, die hier einst mit viel Herzblut und all ihrem Ersparten gebaut haben, wollten die Perspektive von einem Zuhause auf Lebenszeit.
Also: es war mitnichten von vornherein klar, dass hier einmal rein gebaut wird, und eine alt eingewachsene und fertig bebaute Wohnsiedlung ist genau das Gegenteil von einem ausgewiesenen Baugebiet.

Rose03.07.2012, 15:09
(4)(0)

Uns haben Sie auch 3 Reihenhäuser vor die Nase gesetzt......und jetzt schauen wir den Nachbarn fast ins Schlafzimmer!!!! ca. 10 Meter von unserem Küchenfenster entfernt......da hat auch niemand danach gefragt ob uns das gefällt!!!!

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