Peiting: Wachen am alten Schelle-Haus?

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2xva2FsZXMvc2Nob25nYXUvcGVpdGluZy9wZWl0aW5nLXdhY2hlbi1hbHRlbi1zY2hlbGxlLWhhdXMtMjc2OTYwMC5odG1s2769600Wachen am alten Schelle-Haus?0true
    • 25.02.13
    • Peiting
    • Drucken

Wachen am alten Schelle-Haus?

    • recommendbutton_count100
    • 2

Peiting - Ein Lagerfeuer flackert in einem verlassenen Gebäude. Diese Szene würde man in Großstädten vermuten. Passiert ist das am Samstagabend aber im Markt Peiting - mit fatalen Folgen.

Ein leerstehendes Haus, notdürftig aufgestellte Bauzäune und ganz viel Neugier: Das hat einige Jugendliche wohl zum Unfug angestiftet. Sie haben sich im Haus der alten Bäckerei Schelle in der Bachstraße am Samstagabend aufwärmen wollen.

Schon zuvor haben Nachbarn immer wieder Eindringlinge beobachtet, die herumgeschlichen sind. Das blieb auch Eigentümer Thomas Meusel von der gleichnamigen Wohnbau GmbH nicht verborgen: „Wir haben schon im vergangenen Jahr Leute gesehen, die im Haus ein Lagerfeuer gemacht haben.“ Erwischt worden seien die Übeltäter damals aber nicht.

Trotzdem wollte Meusel das Gebäude vor weiteren Einbrüchen schützen. Denn das Peitinger Traditionshaus befindet sich im Umbau. Beauftragt ist ein Altenstadter Unternehmen, das daraufhin Bauzäune aufgestellt und die Türen vernagelt hat. „Wir haben gedacht, so die Hemmschwelle der Jugendlichen zu erhöhen“, sagt Meusel. Schließlich müssten sie über den Zaun klettern und regelrecht einbrechen, um in das Haus zu gelangen. Zur Sicherheit wurde sogar ein Feuerlöscher platziert - der offenbar benutzt wurde, denn die Feuerwehr fand ihn völlig leer neben Müllresten an der Brandstelle.

Doch es half alles nichts, diesmal ging das Abenteuer schief. Denn am Samstag hat es gegen 21.20 Uhr gebrannt, die Feuerwehr war mit 35 Mann ausgerückt. Wie berichtet, geht der Peitinger Kommandant Rudolf Schropp davon aus, dass das Feuer schon Stunden zuvor entzündet worden war und dann langsam vor sich hinschwelte. Dabei blieb es nicht, denn irgendwann müssen die Flammen hochgeschnellt sein. Die Balken der Holzdecke waren völlig verschmort. „Sowas ist mir noch nie untergekommen“, ärgert sich Schropp. Nicht nur, dass die Unbekannten womöglich das Haus komplett hätten abfackeln können, auch bilden sich in geschlossenen Räumen schnell giftige Gase.

Völlig fassungslos ist Eigentümer Thomas Meusel. In 20 Jahren im Wohnbau-Geschäft sei ihm derartiges noch nicht untergekommen. Zwar werkeln momentan wegen der Witterung keine Arbeiter am Haus, dennoch sei allein am Bauschild zu erkennen, dass dort etwas entstehen soll. „Ich frage mich, ob die Unbekannten auch noch einbrechen, wenn die Böden verlegt sind“, sinniert er.

Eigentlich sollen laut Meusel die Sanierungsmaßnahmen heuer abgeschlossen werden, damit das Gebäude im Januar bezugsfertig ist. Dann sollen ein Café, ein Laden, ein Zahnarzt und Mieter in zwei Wohnungen einziehen. Die Verträge sind bereits fertig. Der Vorfall vom Samstag könnte die Bauarbeiten im Zeitplan aber zurückwerfen. Auf 7000 bis 10 000 Euro schätzt die Feuerwehr den Schaden.

Kein Weltuntergang, wie Thomas Meusel findet. Schließlich hätte das Haus auch komplett niederbrennen können. Dennoch fürchtet er weiterhin um das Projekt. Er spielt sogar mit dem Gedanken, Wachen zu postieren. „Doch das kostet wahrscheinlich zuviel.“ Bleibt nur, an den Menschenverstand der Unbekannten zu appellieren, damit sie solch einen Unfug künftig bleiben lassen.

Sabine Krolitzki

zurück zur Übersicht: Peiting

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Cocody26.02.2013, 15:14
(4)(0)

Man hört den Denkmalschutz zu umgehen hat in Ptg. Tradition...Rockhaus *hüstel*...

Alle Kommentare anzeigen

Wetter für Schongau

Bilder aus der Region

Charly Walters letzte Vernissage - die Bilder

weitere Fotostrecken:

Besonders beliebt

  • Meistkommentierte Artikel
  • Meistgelesene
  • Themen
Leerstands-Dreiklang: Links die ehemaligen Räume der Bücher-Galerie, rechts das eine Gonizianer-Haus, und in der Mitte das andere mit dem jetzt geschlossenen Handy-Laden. foto: bse-pictures

Machtkampf im Gonizianer-Haus in Schongau

Schongau - Es war ein Machtkampf, den die Betreiber des Schongauer Mobilfunk-Ladens EP: amt-connect letztlich gegen den Hausbesitzer, Tutzings ehemaligen Bürgermeister Stephan Wanner, verloren haben: Seit mehr als einer Woche ist der Laden in der Weinstraße geschlossen - mitten im Weihnachtsgeschäft.Mehr...

Martin Soyka verlässt Schongau vorzeitig.

City-Manager schmeißt hin

Schongau - Einen Vertrag über zwei Jahre hatte Schongaus City-Manager Martin Soyka. Doch jetzt schmeißt der 36-Jährige bereits zum Jahresende hin, knapp ein Jahr nach seinem Amtsantritt. Ob es einen Nachfolger geben wird, ist noch unklar.Mehr...

Die schönsten Hochzeitsfotos aus der Region

Zahlreiche Paare aus der Region haben sich in den vergangenen Monaten das Ja-Wort gegeben. Von romantisch bis kreativ: Wir zeigen die schönsten Hochzeitsfotos.mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.