Dagegen: Die Wildsteiger wollen keinen Nationalpark. foto: dpa

Wildsteig: „Einen Nationalpark brauchen wir nicht“

Wildsteig - Der Nationalpark Ammergebirge wird derzeit unter Land- und Forstwirten heiß diskutiert. Die Gemeinde Wildsteig lehnt das Projekt ab.

Diese Entscheidung traf der Gemeinderat einstimmig.

Bürgermeister Josef Taffertshofer wollte ein klares Votum. Das bekam er in der jüngsten Sitzung. Der Rathauschef hatte zuvor vor dem Parkprojekt gewarnt - weil er vor allem Einschränkungen für die Waldbewirtschaftung befürchtet. Er bilanzierte nach einem Expertentreffen zu dem Thema vor einigen Tagen in Oberammergau: Der Mensch müsse in die Forstwelt eingreifen, um, wie gewünscht, die derzeitige Fichten-Monokultur zu beenden. Aber ohne künstliche Regulierung gebe es keinen Mischwald, meint das Wildsteiger Gemeindeoberhaupt: „Nach der Fichte kommt immer wieder die Fichte.“ Die Einstufung der Bergwelt vor der Haustür in die höchste Schutzstufe ist für Taffertshofer nicht nötig: „Das bayerische Waldgesetz reicht aus“, betonte er - außerdem würden Staatsforst und Privatwaldbesitzer genug für die Natur tun. „Der größte Teil vom Ammergebirge ist doch eh schon unter Naturschutz.“

Taffertshofers Meinung war eindeutig: „Bei uns passt das nicht.“ Allgemeines Kopfnicken im Rat. Zweiter Bürgermeister Martin Klein, zugleich Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Schongau, legte noch eins drauf: „Wir sind gegen einen Nationalpark. Das ist ein Eingriff ins Eigentum.“ Klein hielt es für sinnvoller, wenn Staatsforst und Privatwald die Naturpflege „selber in die Hand nehmen“. Auch Franz Fendt lehnte das Projekt ab: „Den brauchen wir nicht.“ Und Magnus Geyer fand, dass Wildsteig seine Position zur Not allein vertreten müsse. Denn die Nachbarn Steingaden und Prem halten sich laut Taffertshofer noch zurück: „Sie denken, sie sind nicht so betroffen.“

ab

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