Zwischen Peiting und Rottenbuch steht deutschlands höchster Holzturm

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    • 30.01.12
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Zwischen Peiting und Rottenbuch steht deutschlands höchster Holzturm

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Peiting - 66 Meter ist der Holz-Funkturm am Schnaidberg zwischen Peiting und Rottenbuch hoch und steht nun seit bald zehn Jahren: Er ist der höchste seiner Art in Deutschland.

66 Meter ist der Funkturm am Schnaidberg zwischen Peiting und Rottenbuch hoch und steht nun seit bald zehn Jahren. Doch dass der Richtfunksammler deutschlandweit einzigartig weil der höchste Holzbau seiner Art ist, dies war nicht einmal dem Betreiber bewusst.

Dick mit Schnee ummantelt präsentiert sich die 66 Meter hohe Holzkonstruktion im Wald auf dem Schnaidberg. Wenn die Sonne gegen Mittag dann doch ein paar wärmende Strahlen durch die Äste schicken kann, segeln kleine Schneeteppiche von den Spiegeln ganz oben an der Spitze des Funkmasten entlang - dem in Deutschland höchsten Holzturm.

Wie kam es zu dieser Konstruktion? Als der Mobilfunkbetreiber Vodafone einst mit dem Anliegen, einen Funkturm auf der Anhöhe südlich von Peiting bauen zu wollen, an die Bayerischen Staatsforsten und das Landratsamt Weilheim-Schongau herantrat, ahnten die Verantwortlichen noch nichts von den Vorgaben. „Um die heimische Holzwirtschaft anzukurbeln, sollte die Konstruktion aus Holz sein“, hieß es damals, erklärt Manfred Wenninger. Für den Projektingenieur Systemaufbau bei Vodafone völliges Neuland, da diese Masten in der Regel aus Stahl errichtet werden.

So steckte erst einmal jede Menge Zeit in der Vorarbeit: „Wir mussten bei Null anfangen und alles von Grund auf berechnen, es gab ja nichts, worauf wir hätten zurückgreifen können“, erinnert sich der Erdinger. Nach einer Machbarkeitsstudie krempelten die Ingenieure die Ärmel hoch, gemeinsam mit einer Fachfirma ging man an die große Aufgabe. Allein die Projektierungskosten seien schon ins Gigantische gegangen, über die Gesamtkosten will man lieber nicht sprechen.

Weil der Standort am Schnaidberg so wichtig war und ist, versuchte man, alles möglich zu machen. Ohne jede Menge Stahl und Beton ging es letztlich zur Stabilisierung der Leimbinderkonstruktion natürlich doch nicht - und von der Förderung der heimischen Holzwirtschaft kann wohl auch keine Rede sein. Allein 150 Kubikmeter nordamerikanische Douglasie - im Schwarzwald geschlagen - wurden verbaut. Fichtenholz wäre für einen Bau dieser Größenordnung völlig ungeeignet, nicht einmal das Technikgebäude ist mit Fichtenbrettern verschalt, sondern mit sägerauem Lärchenholz.

Als Gegengewicht benötigte der Mast zunächst einmal ein zwei Meter dickes und 13 mal 13 Meter großes Fundament. 260 Kubikmeter Beton wurden hierfür auf den Schnaidberg gebracht. Um die Holzkonstruktion, die in einzelnen Bauteilen mit einem an die 80 Meter hohen Kran aufgestellt wurde, zu sichern, waren dann nicht weniger als 30 Tonnen Baustahl nötig - mitgerechnet sind Stahlträger ebenso wie Schrauben oder die acht Innenbühnen.

Weil mitten im Naturschutzgebiet gelegen, verzichteten die Ingenieure komplett auf chemischen Holzschutz. Dafür ist der Holzturm so konstruiert worden, dass so wenig Staunässe wie möglich entsteht, damit das unbehandelte Holz nicht angegriffen wird. Diese Konstruktion setzt natürlich regelmäßige Wartungsarbeiten voraus, erläutert Wenninger. Während ein Stahlgittermast zwar nach jedem größeren Unwetter, sonst aber nur alle paar Jahre, statisch geprüft werden muss, wird der Funkturm auf dem Schnaidberg etwa einmal jährlich gecheckt. Gerade im Verbindungsbereich der Stahlträger mit dem Holz mussten schon diverse Stellen ausgebessert werden.

Fertiggestellt nach dreimonatiger Bauphase im Juni 2002, steht das Holzbauwerk nun seit knapp zehn Jahren und soll noch mindestens weitere 40 Jahre als Funkturm dienen. Wenninger: „Für einen Bauingenieur ist das eine einmalige Geschichte, so etwas werde ich in meinem Berufsleben bestimmt nie wieder machen.“

Weitere Infos:

Derzeit sind etwa 80 Basisstationen an den Richtfunkturm auf dem Schnaidberg angebunden. Neben dem Eigentümer Vodafone sind alle anderen großen Mobilfunkanbieter mit Antennen und Spiegeln mit bis zu drei Metern Durchmesser vertreten. Seit dem vergangenen Jahr dient der Turm auch der Breitbandversorgung durch LTE, eine Technik, die nicht nur Peiting und Rottenbuch, sondern auch Böbing, Steingaden, Schongau , Bernbeuren und weitere Gemeinden der Region mit schnellem Internetzugang „aus der Luft“ versorgt. Offen ist Vodafone mit seinem Masten auf dem Schnaidberg künftig auch für den geplanten Behördenfunk BOS.

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