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Schongau zahlt Feuerwehr-Führerschein komplett

Schongau zahlt Feuerwehr-Führerschein komplett

Schongau - Die Stadt Schongau wird künftig die gesamten Kosten übernehmen, wenn Feuerwehrler einen Lkw-Führerschein machen. Bisher sind zwei Drittel bezahlt worden.

Manuela Bednarski ist die erste Schongauer Feuerwehrlerin, die den Lkw-Führerschein komplett bezahlt bekommt.

Manuela Bednarski ist die erste Schongauer Feuerwehrlerin, die den Lkw-Führerschein komplett bezahlt bekommt.

Knapp 100 aktive Mitglieder - den Nachwuchs eingerechnet - können die Schongauer Feuerwehrler derzeit aufbieten, rund 20 davon haben einen Lkw-Führerschein. Tendenz: sinkend. Denn früher gab es noch öfter Feuerwehrler, die nebenbei etwa für eine Spedition oder als Busfahrer gearbeitet haben und deshalb froh waren, über die Feuerwehr, billiger an den Lkw-Führerschein zu kommen. „Aber heute fährt nebenbei keiner mehr Lkw“, sagt Kommandant Michael Benkert. „Und wer hauptberuflich am Steuer sitzt, macht den Führerschein sowieso.“

Dazu kommt, dass sich beim Lkw-Führerschein einiges geändert hat: Wer die Prüfung für Feuerwehrfahrzeuge absolviert, kann danach nicht automatisch gewerblich Lkw fahren, sondern muss noch zahlreiche teure sogenannte Module dazubelegen. Das bedeutet: Allein für die Feuerwehr den Lkw-Führerschein zu machen, der ansonsten nicht genutzt werden kann, und dafür auch noch abzüglich des städtischen Zuschusses 800 Euro selbst bezahlen zu müssen, stößt auf eher geringe Begeisterung. „Weil wir jetzt einen aktuellen Fall hatten, sind wir auf die Stadt zugekommen und haben gebeten, dass statt der bisherigen zwei Drittel die volle Summe übernommen wird.“ Dabei handelt es sich um Manuela Bednarski, der ersten weiblichen Maschinistin der Schongauer Wehr.

Benkert denkt auch an die Zukunft. Viele Feuerwehrler mit Lkw-Führerschein sind bereits über 50 Jahre alt, und es sei nicht sicher, dass sie alle bis zur Altersgrenze (63 Jahre) dabeibleiben. Nicht auszudenken, wenn irgendwann einmal Fahrzeuge bei einem Einsatz in der Garage bleiben müssten, weil nicht genug Fahrer da sind.

Die Stadt hatte Verständnis für das Anliegen. „Natürlich müssen die Fahrzeuge auch gefahren werden können“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) bei der Stadtratssitzung. Es werden aber laut einstimmigem Beschluss nur die Kosten für einen Führerschein pro Jahr übernommen, und das auch nur auf vorherigen Antrag und Zustimmung im Stadtrat.

Damit kann Benkert gut leben. „Ich bin sehr zufrieden. Das ist genau das, was wir uns vorgestellt haben.“ Dass jemand das ausnutzen könnte und sich nach erfolgreicher Führerscheinprüfung wieder von der Feuerwehr verabschiedet, kann sich Benkert nicht vorstellen. „Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, das hat noch nie jemand gemacht.“ Für die Prüfung würden auch keine Frischlinge vorgeschlagen, sondern nur langjährige Mitglieder.

Der Lkw-Führerschein ist nicht das einzige Problem, das die Feuerwehren in dem Bereich zuletzt beschäftigt hat. Denn seit 1999 dürfen mit dem normalen Autoführerschein nur noch Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gewicht bewegt werden, vorher war die Grenze bei 7,5 Tonnen. Weil viele moderne Feuewehr-Fahrzeuge aber schwerer als 3,5 Tonnen sind, drohte vor allem auf dem Land ebenfalls ein Fahrer-Mangel. Erst nach jahrelangen Diskussionen wurde erreicht, dass mit einer internen Zusatzausbildung auch Fahzeuge bis 4,25 Tonnen und schließlich seit vergangenen September auch bis 7,5 Tonnen mit dem herkömmlichen Auto-Führerschein gefahren werden dürfen. Jetzt sollte in Schongau erst einmal Ruhe herrschen bei der Führerschein-Frage.

bo

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