Olympiasieger Felix Loch und die Schongauerin - Interview mit dem Paar

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    • 04.08.12
    • Schongau
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Besuch bei Felix Loch und seiner Freundin

Der Olympiasieger und die Schongauerin

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Schongau - Das erste Date hatten sie im Ballenhaus: Wir haben Rodel-Olympiasieger Felix Loch und seine Freundin, die Schongauerin Lisa Ressle, besucht. Ein Interview:

Felix Loch Lisa Ressle

Man merkt gleich: Felix Loch (23) fühlt sich hier in Schongau wie daheim. In T-Shirt, kurzer Hose und barfuß sitzt der Rodel-Olympiasieger und -Weltmeister am Wohnzimmertisch der Familie Ressle in der Baumrißstraße. Denn mit Lisa (25), der Tochter von Ex-Stadträtin Brigitte Ressle, ist Loch seit zweieinhalb Jahren liiert. Seitdem ist er regelmäßig in der Lechstadt zu Besuch. Wir schauten bei dem Paar vorbei, und es ging sehr lustig zu.

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Die wichtigsten Fragen gleich am Anfang: Wie kamen Sie zusammen? Und haben Sie, Frau Ressle, gewusst, dass Felix Loch ein prominenter Sportler ist?

(beide lachen) Loch: Das musst Du erzählen!

Ressle: Ich kenne mich aus im Wintersport, ich war 2010 Praktikantin beim Bayerischen Skiverband in München. Mein Chef hatte mich angesprochen, ob ich Hostess machen will für die Olympia-Starter, die aus Vancouver zurückkommen. Es gab einen Autokorso vom Siegestor bis zum Rathaus, und jede Hostess sollte für einen Sportler zuständig sein. Wer also aus dem Bus aussteigt und einem in die Arme läuft, um den sollte man sich kümmern.

Und das war bei Ihnen Felix Loch.

Ressle: Genau. Er kam da an mit seinen Riesen-Taschen, die ich ihm abnehmen wollte. Da hat er sich schon totgelacht. Ich hätte das niemals tragen können. Und weil es aus Kübeln gegossen hat, wollte ich noch einen Schirm aufspannen. Das sah natürlich bei dem Größenunterschied – er ist 1,91 Meter groß, ich 1,68 Meter – total affig aus. Felix hat dann auch bis zum Auto den Schirm gehalten.

Und nach Autokorso und der Feier am Rathausbalkon haben Sie sich wiedergetroffen?

Ressle: Ich musste ja immer noch auf seine Sachen aufpassen. Als es dann zum Empfang in den Bayerischen Hof ging und meine Aufgabe eigentlich erledigt war, wollte Felix noch wissen, wie ich heimkomme. Ich habe geantwortet, ich muss zur S-Bahn. Da hat er sofort gesagt: Kommt gar nicht in Frage; wir nehmen Dich mit. So war unser erstes Zusammentreffen.

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Wenn Sie sich also nicht dort extrem zufällig getroffen hätten, wären Sie sich womöglich nie begegnet?

Loch: Genau. Dann hätten wir uns nie kennengelernt.

Wer hat danach den nächsten Schritt gemacht?

Ressle: Felix hat noch meine Akkreditierung abfotografiert, damit er auch wirklich weiß, wer ich bin.

Loch: Und dann habe ich auch schon vorbeigeschaut

Wie bitte?

Loch: Ich hatte fünf Tage später einen Interviewtermin in Feldafing, wie hatten vorher Kontakt über Skype – da bin ich nach Schongau gekommen. Das waren ja nur 50 Kilometer, ein Katzensprung.

Ressle: Ich habe zu dem Zeitpunkt in Kufstein studiert und in München das Praktikum gemacht, aber noch in Schongau gewohnt. Unser erstes Date hatten wir dann im Ballenhaus, da waren wir zum Kaffeetrinken.

Herr Loch, Sie waren damals ja erst 20. Als Sportler, der nie Zeit hat, werden Sie vorher noch nicht so viele Freundinnen gehabt haben. Da war das schon eine Überwindung, oder?

Loch: Stimmt. Man braucht schon die Richtige, damit das auch funktioniert. Aber wir hatten uns von Anfang an gut verstanden, und weil sie sich eben im Sport auskennt, hat sie verstanden, dass ich fünf Monate im Jahr einfach weg bin.

Frau Ressle, ist es für Sie die erste Beziehung mit einem Sportler?

Ressle (lacht): Ich war schon einmal mit einem Tennisspieler länger zusammen.

Loch: Und dann hatte sie sich geschworen „nie wieder ein Sportler“, und dann stand ich plötzlich vor ihr (beide lachen).

Wie ging es dann weiter? Die räumliche Entfernung ist ja nicht gerade knapp zwischen Schongau und Berchtesgaden.

Loch: Sie hat noch studiert, ich hatte noch die Ausbildung bei der Polizei gehabt, da war es schon schwierig.

Ressle: Ich bin eigentlich immer am Samstag nach dem Studium von Kufstein zu ihm nach Berchtesgaden gefahren und Montagfrüh nach München. Das haben wir eineinhalb Jahre so gemacht.

Bis sie vor einem Jahr zusammengezogen sind. Wie war die Umstellung von Fernbeziehung auf ganz nah?

Loch: (ganz schnell) Schön! (Ressle lacht)

Ressle: Man darf nicht vergessen, dass er trotzdem viel weg ist. Der Sommer ist auf jeden Fall die schönere Zeit.

Wo geht es hin in Urlaub?

Ressle: Wir fahren jetzt zehn Tage mit meiner Mutter und ihrem Lebensgefährten an die Adria nach Kroatien, mit zwei Wohnmobilen. Und in der letzten Septemberwoche fliegen wir noch einmal nach Kreta.

Loch: Da ist das Treffen der Spitzensportler, wo man wirklich das einzige Mal im Jahr zusammenkommen kann. Das ist schön, und genau die Woche vor dem Saisonstart. Da geht man dann entspannt rein. Denn danach sind wir wieder längere Zeit am Stück unterwegs.

Fahren Sie oft mit zu den Weltcups, Frau Ressle?

Ressle: Zu den naheliegenden schon. Und vergangenes Jahr war ich bei der Weltmeisterschaft in Altenberg dabei. Das geht dann schon einmal. Aber ich arbeite jetzt beim internationalen Bob- und Skeletonverband, da bin ich auch öfter am Wochenende unterwegs. Da sehen wir uns vielleicht mal am Montag daheim, zum Wäschewaschen.

Interessantes Thema: Wer ist da zuständig?

(beide lachen) Loch: Ich nicht, ich nicht! Aber das ist auch besser so, sonst würde uns beiden wahrscheinlich nichts mehr passen. Aber sonst versuche ich ihr schon zu helfen.

Ressle: Ja, das passt schon. Loch: Wenn nicht, schimpft sie mich (schmunzelt).

Der Bundestrainer, der ja gleichzeitig Ihr Vater ist, hat während der vergangenen Saison, als sie in überragender Manier Weltmeister wurden und erstmals den Gesamtweltcup holten, gesagt: ,Die Liebe macht Felix so stark.‘ Ist da was dran?

Loch: Gute Frage. Ich mache meinen Sport weiter wie bisher, aber vielleicht ist da auch eine gewisse Sicherheit da. Es ist schon toll.

Ressle: Aber es dreht sich bei uns daheim nicht alles nur ums Rodeln. Da muss man versuchen, Privates und Berufliches zu trennen, damit man mal abschalten kann.

Das ist wahrscheinlich auch in ihrem Sinne, Herr Loch.

Loch: Absolut. Wir trainieren zweimal am Tag, fünf Tage die Woche. Da ist man froh, wenn es daheim mal nicht ums Rodeln geht.

Als Freundin eines Olympiasiegers steht man automatisch selbst im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Wie geht man damit um?

Ressle: Auf so vielen großen Veranstaltungen waren wir nicht. Die Verleihung des Bayerischen Sportpreises vor drei Wochen zum Beispiel, das war sehr schön mit einem tollen Rahmen. Aber wenn du reingeschmissen wirst in die Pressehorde und tausend Fotografen vor dir stehen, die sich gegenseitig rumschubsen, muss man das erst einmal aushalten können.

Loch: Aber sie macht das ganz gut, ihr gefällt es auch. Am Anfang war es natürlich ungewohnt für sie.

Ressle: Das Schlüsselerlebnis war der Bayerische Sportpreis vor zwei Jahren. Da wurde Felix vom Moderator gefragt, was sich seit Olympia geändert hat, und Felix hat gesagt: Dass er jetzt eine Freundin hat. Ich musste arbeiten an dem Abend und war nicht da, wir haben uns nichts gedacht. Aber am nächsten Tag in der Früh hat gleich die Bild-Zeitung angerufen und wollte wissen: Wer ist die Freundin, was macht sie – das ist schon komisch, wenn das Privatleben plötzlich für die Medien interessant wird. Als immer mehr Anfragen kamen, haben wir nach einem halben Jahr eine Geschichte mit der Bunten gemacht, im Urlaub. Das war ein würdiger Rahmen, mit Fotos, und danach war das Thema gegessen.

Loch: Dafür habe ich auch meinen Medienberater, der mir bei solchen Sachen hilft und das besser einschätzen kann.

Wie oft kommen Sie noch nach Schongau, Frau Ressle?

Ressle: Schongau bleibt meine Heimat. Ich komme so oft , wie es geht, auch mal ohne Felix. Ich habe hier meine Freunde, der Kontakt ist total eng.

Herr Loch, hatten Sie vorher schon einmal von Schongau gehört?

Loch: Überhaupt nicht. Ich wusste nicht, wo das auf der Landkarte liegt.

Vor ihrem ersten Besuch mussten Sie wahrscheinlich erst einmal den Routenplaner einschalten

Loch: Genau so ist es (lacht). Dafür hat man schließlich ein Navi. Aber ich habe ohne Probleme hergefunden.

Gefällt’s Ihnen hier? Gestern waren Sie bei einem Golfturnier auf der Gsteig bei Lechbruck, das ist ja auch nicht der hässlichste Ort der Region.

Loch: Nein, mir gefällt es hier sehr gut. Man hat die Berge auch in der Nähe, zwar ein bisschen weiter weg als bei mir daheim, aber das passt schon. Ich komme gerne hier her.

Und was machen Sie dann?

Loch: Einfach ein bisschen entspannen. Das ist schön, am Wochenende einmal zu einem See zu baden. Ich weiß zwar nie, welche Seen das sind, weil es hier so viele gibt, aber da lass ich mich überraschen.

Erkennt man Sie als Rodel-Olympiasieger?

Loch: Schon, aber eher selten.

Da ist es in Berchtesgaden wohl schlimmer.

Loch: Auch nicht, weil bei uns sind die Leute gewohnt, prominente Sportler wie Hilde Gerg oder Georg Hackl zu treffen. In der Urlaubszeit ist es etwas anders, aber da suche ich mir am Königssee meine ruhigen Plätzchen.

Ressle: Aber es ist lustig, wenn jemand an die vorbeigeht und dann zu seinem Begleiter flüstert: Is der des? Des is der doch!

Eine ganz indiskrete Frage: Läuten nach zwei Jahren Beziehung bald die Hochzeitsglocken?

Loch: Auf gar keinen Fall (beide lachen). Im Moment wohnen wir in einer schönen Wohnung zusammen...

Ressle: ...da hätten wir kein Kinderzimmer und kein Platz für ein Hochzeitskleid.

Loch: Da ist nichts geplant. Wir sind glücklich, wie es jetzt läuft, dann sehen wir. Ich habe ja noch ein paar Jahre Sport vor mir, wir genießen jetzt unser Leben zu zweit.

Das Gespräch führte Boris Forstner

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Kommentare

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Wilhelm Gustav05.08.2012, 14:43
(7)(0)

wieder einmal ein wunderbarer sommer"loch" artikel..

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