Neue Satzungen über Arbeit in Pfarreien: Auf engagierte Christen konmt es an

Schongau - Mit den vom Bistum Augsburg erlassenen neuen Satzungen für die Arbeit in den Pfarreien kann man auch im Schongauer Land durchaus leben. Das hat eine Umfrage bei Pfarrgemeinderäten ergeben.

„Zunächst einmal freut es mich, dass es in einer katholischen Pfarrei auch in Zukunft einen Pfarrgemeinderat geben wird. Danach sah es im Frühjahr 2012 überhaupt nicht aus.“, erklärt Thomas Stalter, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Schwabsoien. Damals habe es in der Broschüre „2025“, die anlässlich der Umstrukturierung in der Diözese Augsburg in allen Pfarreien verteilt wurde, noch geheißen, dass der Pastoralrat das alleinige Laiengremium sei, das den Pfarrer bei seinen Leitungsaufgaben unterstützen soll.

„Die zahlreichen Aktionen an der kirchlichen Basis und die Aktivitäten des Diözesanrates haben in diesem Punkt erfreulicher Weise zu einem Umdenken geführt“, stellt Stalter zufrieden fest. Den Pastoralrat werde es als neues Laiengremium in einer Pfarreiengemeinschaft geben, und der Pfarrgemeinderat werde weiterhin die Belange einer Pfarrgemeinde vor Ort regeln, und zwar wie bisher in Zusammenarbeit mit dem Pfarrer und den hauptamtlichen Mitarbeitern.

„Darin unterscheidet sich die neue Satzung in keinster Weise von der alten“, verriet Stalter auf Anfrage der SN-Redaktion. Entscheidend wird seiner Meinung nach in Zukunft sein, wie es den Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäten gelingen wird, die aufgrund der Pfarreiengemeinschaft anfallende Mehrarbeit so zu bewältigen, dass die Aufgaben vor Ort nicht aus dem Blickfeld geraten. „Dazu braucht es engagierte Menschen mit viel freier Zeit, die in ihrer Pfarrgemeinde Verantwortung übernehmen wollen und über grundlegende kommunikative Kompetenzen verfügen“, ist der Schwabsoier Pfarrgemeinderatsvorsitzende überzeugt.

Auch Gisela Brandstetter, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Verklärung Christi in Schongau-West, bezeichnete es als sehr erfreulich, dass nun im Frühjahr 2014 doch wieder Pfarrgemeinderatswahlen stattfinden und dass auch die neuen Satzungen weiterhin die Mitwirkung der Laien bei der Gestaltung des Lebens in den Pfarrgemeinden zulassen. „Im Frühjahr 2012 hatte es in der Diözese Augsburg noch Überlegungen gegeben, die Pfarrgemeinderäte abzuschaffen“, sagte Brandstetter. Jetzt seien alle Gemeindemitglieder aufgerufen, „den Raum der Mitverantwortung zu nutzen und das wichtige Engagement in den Pfarrgemeinderäten fortzusetzen oder sich neu dafür zur Verfügung zu stellen“.

Diesen Appell unterstützt auch Monika Bommersbach, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Mariae Himmelfahrt in Schongau. Sie weist darauf hin, dass in Schongau eine Pfarreiengemeinschaft zwar erst akut werde, wenn Pfarrer Karl Rottach von Verklärung Christi in Ruhestand gehe, doch gebe es jetzt schon eine gute Zusammenarbeit. So sei heuer z.B. erstmals ein gemeinsames Pfarrfest für beide Pfarreien durchgeführt worden.

Der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Augsburg, Helmut Mangold, zeigte sich jedenfalls sehr erfreut, dass nach einer längeren Periode intensiver Auseinandersetzugnen zur Zukunft der Pastorale in der Diözese nun ein entscheidendes Ergebnis erreicht worden sei.

Mangold spricht sogar von einem „Augsburger Modell der Pfarreiengemeinschaften“. Dies sei ein guter Weg für die nächsten Jahrzehnte, denn die Seelsorge in der kleinen Ortsgemeinschaft behalte ihre Bedeutung und werde durch die Möglichkeiten einer zusammenwachsenden Gemeinschaft von Pfarreien gestärkt.

mg

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