Hinter dem Tor an der Stadtmauer könnte ein kleiner Feinkostladen mit Café entstehen. foto: bo

Schongauer Lindenplatz: Aus Hofdurchfahrt soll Café werden

Schongau - Für Touristen ist am Lindenplatz nicht viel geboten. Doch das könnte sich bald ändern: Ein kleines Café soll dazukommen.

Wer davorsteht, kann es kaum glauben: Aus dieser engen Hofdurchfahrt, verschlossen mit einem Holztor, direkt an der Stadtmauer gelegen, soll möglicherweise ein Feinkostgeschäft mit Café werden? So lautet zumindest das Vorhaben, das dem Bauausschuss mit einer Voranfrage auf den Tisch geflattert ist. Und bei der Stadtverwaltung durchaus für Wohlwollen gesorgt hat: „Wir können uns gut vorstellen, dass dieser Bereich eine Belebung erfährt“, gab Michael Wölfle die Marschrichtung vor. „Das könnte hervorragend passen: Da kommen viele Touristen vom Sonnengraben her, die sich den Polizeidienerturm anschauen.“ Das bestätigte Kornelia Funke (CSU), die gleichzeitig als Stadtführerin aktiv ist: „Eine sehr gute Idee, für den Platz äußerst positiv“, so ihr Urteil.

Weil das Vorhaben in der Altstadt liegt, muss laut Wölfle natürlich der Denkmalschutz beachtet werden. Der Kleinstladen weist 45 Quadratmeter Größe auf. Für die geplante Freischankfläche (40 Quadratmeter) müssten vermutlich nicht einmal Parkplätze geopfert werden, „auch wenn man das wegen des vielen Schnees derzeit nicht sieht“.

Das Thema Parkplätze ist aber auch das einzige mögliche Problem bei dem Projekt. Denn auch wenn bei den vier Wohnungen im Gebäude alles bleibt wie bisher, braucht es für den Laden zwei zusätzliche Stellplätze, außerdem fällt nach Auffassung der Stadt ein weiterer in der bisherigen Hofdurchfahrt weg. Für diese drei nicht vorhandenen Stellplätze müsse man insgesamt 12 000 Euro Ablöse verlangen, sagte Wölfle.

Helmut Schmidbauer (CSU) fand das Vorhaben klar eine Bereicherung, wollte aber von vornherein festgeschrieben wissen, dass dort keine Produktwerbung möglich ist und Brauerei-Schirme aufgestellt tabu sind. Und auf die Frage von Funke, was die Nachbarn von dem Vorhaben halten, sagte Wölfle: „Das ist erst eine Voranfrage. Die Antragssteller wollten wissen, ob das Projekt grundsätzlich möglich ist.“ Erst dann komme der Bauantrag. Die Voranfrage wurde schon einmal einstimmig abgesegnet.

bo

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